Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Veronese
Person:
Meissner, Franz Hermann Veronese, Paolo
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-704786
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-705232
Paolo Ealiari gen. Veronefe. 
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und sie dann anbetet,  sein Temperament dieser blendende Kolorist sein Versagen fühlt. 
ist von einer gewissen Sprödigkeit 1111d sehr Ein älterer Kritiker hat von ih1n gesagt, 
viel mehr Auge und Handgelenk in seiner daß er ,,mit der Farbe schreibt". Das ist 
Kunst als Seele. Aber er erfreut überall ein guter Ausdruck. Er weist darauf hin, 
durch eine leuchtende Fülle von Heiterkeit was Veronese im Grunde ist: kein Dichter- 
und Lust der kräftigen Lokalfarben, durch ge- künstler, sondern nur ein in jedem Teil 
winnenden Rhythmus, in dem jeder Klang interessanter Episodenschilderer,  kein 
vollendet, schön, reingestin1mt und fast nie Farbenmusiker mit dem unwiderstehlichen 
nnedel ist. Er sieht die ganze Erscheinungs- Zauber des Tone-Z, sondern ein Farben- 
weit um sich herum als Farbenspiel und accordvirtuose von berückendem Reichtum 
seine unerschöpfliche Palette wird kaum für des Ausdrucks. Er ist einer von den herr- 
einen Augenblick ein Menschenalter lang lichen Erzählern Veronas, der wortklang- 
aus der Hand gelegt, damit ihm nur nichts froh stundenlang zu schildern versteht und 
entgeht. Er reagiert so sehr auf den äußeren dem die schöne Silhonette eines schlanke-u 
Sinnen:-eiz, daß ihm Himmel, Erde 11nd Hundes, ein Aznrton, der Goldhaarschimmer 
Wasser, Architektur, Menschen, Tiere, Stoffe einer liebreizenden Herrin dabei meist wich- 
durchaus gleichwertig werden,  nur bei tiger wird als die Fabel selbst.   Für 
seinen entziickendsten Franengestalteu wird solche unendlich liebenswürdige Kunst war in 
er persönlicher und kann bis zu einem ge- der Lagunenstadt der fruchtbare Boden vor- 
wissen Grade sogar verführerisch werden, handen, und man darf annehmen, daß ihm 
aber auch hier ertappt man gleich den, daher auch das Fußfasseu nnd die eigene 
allerdings liebenswürdigsten, Causeur: ihn Weiterentwickelnng viel leichter ward, als 
reizt auch bei der leibhaftigen Venus in dies gemeinhin geschieht. 
erster Linie doch das farbenbnnte Kleid aus Die Mönche von S. Sebastian hatten 
kostbaren Stoffen, das Geschmeide, eine über- dem jungen Künstler alsbald die Aus- 
raschende Geste oder Haltung,  sehr selten malung der gesamten Kirche innerhalb einer 
nur stellt er nacte Körper dar. Denn hier Reihe von Jahren aufgetragen,  Tizian 
sind so intime und feinartige Probleme, daß begönnerte ihn und lobte ihn sogar öffentlich, 
Abb. 29. Skizze zu einem Historienbild. Handzeic)nung. London. Britisc) Museum. 
(Nach einer OriginalphotograPhie von Braun, Cl6ment G Cie. in Dvrnach i. E., Paris und New York.)
        

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