Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tiepolo
Person:
Meissner, Franz Hermann Tiepolo, Giovanni Battista
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-702305
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-702904
Giovanni Battista Tiepolo. 
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könnendieseKleopatrabilder des PalazzoLa- und Lokalfarbe gleichsam. So stark der 
bia in der That als die ersten modernen Ge- Schritt Veroneses aus der Renaissance mit 
schichtsbilder und als die mit Bewußtsein der iibermenschlichen Größe des Menschen- 
betretene Bahn zur Gegenwart betrachtet wer- tu1ns schon ist, bleibt er doch innerhalb der 
den. Das ist eine sehr wichtige Eigenschaft "Grenze einer nnsinnlichen Idealität. Wie 
derselben. Man vergleiche die Veronesesche anders der Venezianer des XV1lI. Jahr- 
Auffassungsweise hiermit. Bei dem Vene- hunderts! Der große weite Gesichtspunkt 
zianer des Cinquecento, der in seiner Art der Jndividualität in der Bliitezeit ist ihm 
zu malen Tiepolos Vorbild auch für den vollständig verloren gegangen,  er em- 
Palazzo Labia war, trotz allen Sinnes für pfindet weder die politische Seite seiner vor- 
die Gegenständlichkeit doch die ideale Sphäre getragenen Geschichte in ihrer weltgeschicht- 
eines Vorgangs, der aus dem Persönlichen lichen Bedeutung nnd in ihrer tragischen 
herausgerückt ist. Gestalten, die tugendliche Ri"1ckwirkung auf die beiden Hauptpersonen, 
Begriffe oder Klassentypen darstellen, in noch vermag er als Poet dem treibenden 
ruhiger Pose und in jedem Zoll vollendete erotischen Gesichtspunkt seiner Schilderung 
und klassische Vertreter dessen sind, was sie eine ethische oder wenigstens ästethische 
zu markieren haben; nicht zu viel, nicht zu Färbung abzugewinnen. Er stellt den Vor- 
wenig, kein Erdgeruch, kein Zug menschlicher gang einfach, wie er ihn sich in seiner 
Hinfälligkeit u11d seelischer Schwäche, der Phantasie denkt, als Maler dar,  er sucht 
Appell des edlen Geistes und des vornehn1en durch Licht von natürlicher Schärfe und 
Charakters an die verwandten, keine allzu Kraft, durch raffinierte Modellierung und 
wichtigen Nebensächlichkeiten, nnd in der scharf berechnete Bewegung ein photo- 
Einzelperson wie in ihrem Verhältnis zum graphisch treues Bild eines gewesenen Vor- 
ganzen Vorgang ein ausgeglichenes, schier gangs in einer Art darzustellen, die ein 
königliches Dasein ohne materielle Anhängsel ungebildetes Auge in diezTäusch1Ing ver- 
Venedig. 
Abb. 37. Deckendetail vom Palazzo Labia.
        

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