Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pinturicchio
Person:
Steinmann, Ernst Pinturicchio, Bernardino
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-698851
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-699618
Pinturickhio. 
zückt das Auge die wundervolle Wirkung 
des Ganzen, die goldene Stnckornamentik 
auf Hdnnkelblauem Grunde an der Decke, 
die cinheitliche Farbenstinnnnng und die 
liebenswürdige Vortragsweise der biblischen 
Darstellungen, die Pracht und Anmut der 
Wanddekoration, wo sich die goldenen Aras 
besken in zahllosen Mustern über die blaßs 
grünen Flächen hinziehen. Wo anders als 
in der Phantasie des Meisters selbst kann 
liches geleistet9 Es ist gewiß nicht nur der 
massenhafte, wahrscheinlich durch den pr1mkss 
liebenden Geschmack des Bestellers selbst bei 
dingte Verbrauch des Goldes, der hier als 
etwas Niegesehenes in die Augen fällt; die 
Grundelen1ente der Oruameutik selbst bes 
ginnen sich zu erneuern. Stuckrah1nen und 
Stuckoerzierungen werden zum erstenmal zur 
Gliederung der Flächen angewandt; im leichs 
ten Spiel willkürlich gefiilJrter Linien. ers 
Detail aus dem Martyrium des heiligen Sebastian. 
Appartamento Borgia. 
das Gesamtbild einer solchen Schöpfung entss 
standen sein, die überall das geschulte Auge 
und die geübte Hand verrätP Es hieße in 
der That Pinturiccjio schweres Unrecht thun, 
wollte man ihm eine Leistung absprechen, in 
der auf einmal völlig neue Gesichtspunkte 
für rein ornamentalen Wand und Gewölbes 
schmncks aufgestellt werden. Was gäbe es denn 
im. ganzen Quattrocento, das sich in der 
Gesamtwirkung den Malereien im Appartai 
mento Borgia an die Seite stellen ließe, wo 
hätte Pinturicchio selbst im Palazzo Colonna 
oder im,Palast der Penitenzieri etwas Ahns 
kennen wir den Bruch mit ehrwürdigen 
Traditionen, in der Art, wie prächtige Stiere 
 das der Borgia Kraft, Sinnlichkeit und 
Tücke treffend charakterisierende Wappentier 
 zu zweien gruppiert und schön stilisiert 
in das Dekorationsshstem eingeführt worden 
sind, gibt sich der Beginn einer völlig vers 
änderten Gesch1nacksrichtung kund. 
Antike Wandmalereien waren aus der 
Erde wieder ans Tageslicht gekommen, und 
ihre Schönheit hatte alle Künstler Roms 
begeistert, die ihre Tage in den unters 
irdischen Grotten verbrachten, um dort zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.