Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pinturicchio
Person:
Steinmann, Ernst Pinturicchio, Bernardino
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-698851
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-699384
Pinturicchio. 
Abb. 
           
 pp       
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23. Detail aus dem Missalc des Kardinals Dofnenico della Rovere. Turm. Musen Civico. Gian FranceSco 
dc7 Mameri. Mach einer Originalphotographie von Anderson in Rom.J 
aufgetragen waren, in einen losen Zusammens 
hang wenigstens mit den übrigen Darstels 
lungen zu bringen versuchte. Gleichsam als 
schaute er das große Wunder in einer Vision, 
scheint der ernste alte Kuttenträger in der 
Mitte seinen staunenden Zuhörern zu erzählen, 
wie herrlich sich der Gekreuzigte an seinem 
demütigen Diener geoffenbart hat. VerwuU, 
derung und Andacht drückt sich in Mienen 
und Gebärden seiner Begleiter aus, und nur 
der Porträtkopf eines Laien blickt völlig 
teilnahmlos aus dem Bilde heraus. 
 Mit Sicherheit dagegen kann man wohl 
die leHte Scene der Fensterwand als Eins 
kleidung Bernardins in die Ordenstracht 
des heiligen Franz erklären. Einer aus 
der Schar der Brüder reicht dem jungen 
Heiligen, der sein weltliches Gewand ab; 
gelegt hat nnd, nur mit einem Lendenschurz 
bekleidet, betend auf die Kniee gesunken ist, 
die graue Kutte dar, und Maria selbst, mit 
dem segnenden Kinde hoch über einer zers 
fallenen Mauer erscheinend, muß dem feiers 
lichen Akt die Weihe geben, weil Bernardin 
sein Ordenskleid am Tage der Geburt der 
Jungfrau genommen hat. 
Die Darstellung im Bogcnfelde der Ka: 
pellenwand gegenüber führt uns in die Jahre 
vor der Einkleidung zurück. Bernardin 
hat selbst einmal in einer Predigt seinen 
Zuhörern erzählt, wie er sich nach schwerer 
Krankheit in die Einöde bei Siena zuriicki 
zog, sich eine Bibel kaufte und eine Kamelsi 
haut und von wilden Kräutern zu leben 
beschloß. Der Ruf seiner Heiligkeit war 
längst bekannt in der Stadt, wo er während 
der Pest die Kranken gepflegt hatte, und 
so schildert Pinturicchio die Seene, wie die 
wackeren Bürger von Siena, alt und jung, 
hinausgezogen sind, den frommen Knaben in 
seinen Betrachtungen zu belauschenH Bernardin 
merkt von dem allen nichts; ganz in die 
Lektüre seiner Bibel versunken, wandelt 
er mit bloßen Füßen langsam über den 
mit Blumen übersäten Plan. Hier blühen 
Hyacinthen und Primel nnd feuerrote 
Anemoncn, ein Wässerlein sickert langsam 
in einen stillen Teich hinab, und gleich wird 
der jugendliche Büßer im kühlen Waldess 
schatten verschwinden. 
Im Fresko darunter, das die ganze Wand 
bis zum Architrav ausfällt, erblicken wir den 
Heiligen schon auf der Bahre CAbb. 14J. Jn 
starrer Todesruhe liegt der Knecht des Herrn 
aus grünem, golddurchwirktem Teppich auss 
gestreckt barfuß, wie es die Frauziskanerregel 
forderte, und ganz in die armselige graue 
Kutte gehüllt, aus welcher sein friedliches 
mit leichtem Strahlenkranz nmrahm1es Aufs 
lit;3 leuchtend wie eines Gerechten Angesicht 
hervorschaut. Zahllose Wunder bezeugen 
noch jeHt Gottes Wohlgefallen an seinem 
Heiligen, aber Pinturicchio hätte doch, sich 
der hohen Aufgaben der Kunst eriunernd, 
in der Schilderung der Blinden und Krüppel 
weniger ausführlich sein können. Außer
        

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