Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Pinturicchio
Person:
Steinmann, Ernst Pinturicchio, Bernardino
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-698851
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-700315
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Piutukickhio. 
Testament Francesco Piccolominis wird 
auch die Voklendung der Libreria durch 
die Erben sicher gestellt, aber die Malereien 
können damals eben erst begonnen gewesen 
sein, wenn ihre Ausführung als noch bevor: 
stehend erwähnt wird. Immerhin ist ein 
Teil der Decke vor dem 22. September 
1503 fertig geworden, da die Wappen: 
schilder in der Mitte und an den Pilafter: 
kapitälen noch mit dem Kardinalshut ge: 
krönt sind, aber in der Stiftungsinschrift 
malten, teilweise arg beschädigten Fresken 
das Leben des Täufers geschildert, eine 
Leistung, in der sich die Hilfe von Schüler: 
händen nur zu deutlich verrät. Die Stifter: 
porträts allein scheinen ganz eigenhändige 
Arbeit Pinturicchios zu sein. Der wackere 
Rhodosritter hatte den originellen Ge: 
danken, sich einmal als ritterlichen Jüng: 
ling CAbb. 100J in voller Stahlrüstnng 
porträtieren, zu lassen und gleid; gegenüber 
als würdigen alten Herrn in der schwarzen 
Detail der Decke. 
Lil1reria. 
an den Seiten heißt es schon: Pius III. 
Pius II. in pietätvoller Erinnerungt 
Als Pius III. schon. am 18. Oktober 
starb, geriet die Arbeit am Freskenschmuck 
der Bibliothek sehr bald ins Stockenj aber 
es scheint, daß Pinturicchio selbst und seine 
zahlreiche Gehilfenschar sofort von anderer 
Seite in Anspruch genommen wurden, wenn 
der Künstler schon am 4. August 1504 
die Bezahlung für acht kleine Freskobilder 
in der Tauskapelle des Don1es erhielt, die 
ihm der Rhodosritter Alberto Aringhieri 
ausgetragen hatte. Hier ist auf musai: 
ciertem Goldgrunde, in teilweise über: 
Tracht eines Rektors des Don1es Von Siena, 
das weiße Kreuz der Rhodosritter auf der 
Brust CAbb. 10lJ. Vor allem das jagend: 
liche Bildnis ist Meister Bernardino aufs 
beste gelungen. Der junge Rittersn1ann 
k11iet in herrlicher, wilder Landschaft auf 
blumengeschtniickte1n Boden mit betend er: 
hobenen Händen und dem Ausdruck völliger 
Hingabe in den schönen, kindlichen Zügen. 
Angenscheinlich hat hier der Künstler den 
feierlickJen Moment in seinem Bilde erfaßt, 
wo der junge Rhodosritter zum erstenmal 
dies Kleider seines Ordens trägt und seine 
Dienste Gott verpflichtet.
        

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