Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rethel
Person:
Schmid, Max Rethel, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-694738
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-694917
 
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Rlfred Rethel teilt mit allen denen, die auf Haus Diepenbend bei Aachen begründete. 
 ihrer Zeit vorauseilten, das Schicksal, Auf tragische Weise verlor die Familie ihren 
bei nachfolgenden Generationen weit höheren Wohlstand. Jm Aachener Stadtarchiv befin- 
Ruhm zu genießen, als bei den Mitlebenden. det sich ein pr0cszs-verbaldes Polizeikommissars 
Für das Starke und Natürliche, das seine Fran(;ois Brendamour vom 6. August l813, 
Werke in unseren Augen hoch über die seiner der vom Untergange der Besihung Johann 
Zeitgenossen Schnorr, Bendemann, Hübner2c. Rethels erzählt. Damals war Aachen fran- 
hinaushebt,- fehltedamalsdasVerftändnisund zösische Departementshauptstadt, und genoß 
das Jnteresse. Monumental veranlagt wie am 5. August 1813 die Ehre, die Kaiserin 
Cornelius, vernachlässigt er doch die reale Marie Luise in ihren Mauern zu begrüßen. 
Erscheinung niemals. Große und erhabene Während Vater Rethel mit Frau und Kin- 
Gedanken und Empfindungen verherrlicht er dern nach Aachent zur Jllumination gezogen- 
in seinen Werken, ohne das Gebiet des kiinft- war, erreicht ihn ein Bote mit der Meldung, 
lerisch Darftellbaren und Wirksamen zu ver- daß zwischen acht und neun Uhr abends ein 
lassen. Die schöne Form pflegt er, ohne Wirbelsturm über Haus Diepenbend hinge- 
ihr die Kraft zu rauben, die Linie betont gangen, der Herrenhaus, Gutshof, die Ziege- 
er, ohne für die malerische Erscheinung blind lei mit 1600 Ziegeln, den Brennofen, die 
zu sein. Er wußte alle Vorzüge der idealen Töpferei nnd die Fruchtgärten vollständig 
Schule der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts verwüstete. Nur die Fabrikgebäude, in denen 
sich zu wahren und verfiel selten in ihre seit 1802 Berliner Blau und Salmiak für 
Fehler. Aber eben daß er dem Hange zum den Export nach Holland hergestellt wurden, 
Schwächlichen und Verzärtelten, der seine blieben verschont. Rethel bittet in einem 
Zeitgenossen beherrschte, nicht Rechnung trug, Schreiben, datiert ,,sur les 1-ujnos de Dienen- 
eben das hat ihm ihre Gemüter entsren1det, benc1 le S krönt 1813" den Bürgermeister 
eben das macht ihn heute als einen weit um Hilfe. 
über feine Zeit hinausragenden uns lieb und  Rethels Vater gelang es nicht, aus diesem 
wert. Eine groß angelegte, ideenreiche, kraft- Verderben sich wieder heraufznarbeiten. 
volle Natur, ein echter Künstler, ein packeuder Trockeu berichten uns die Akten, wie sein 
Erzähler und ein idealer Mensch in jeder Grundbesitz in die Hände der Hypotheken- 
Linie, in der ganzen Art seines En1pfindeus, gläubiger übergeht und wie die Stadt Aachen, 
so steht er heute vor uns. Daß Alfred der er mehrere tausend Franes fiir Holz- 
Rethel der größte deutsche Historienmaler ankäufe schuldet, nur deshalb auf die Ver- 
nnseres Jahrhunderts, und der größte Maler steigerung des geringen Mobiliars i1n Jahre 
deutscher Geschichte, wer bestreitet das heute 1822 verzichtet, weil sie fürchten muß, daß 
U0th?   der Erlös nicht einmal die Gerichtskosten deckt. 
Rethels Vater Johann war französischer 1830 siedelte die Familie nach Wetter 
Präfekturrat in Straßburg, dann nach Aachen a. d. Ruhr über, später nach Düffeldorf. 
iibergesiedelt, wo er Johanna Schneider, die Rethel-S Vater verstarb 1839, und seitdem 
Tochter eines dortigen Fabrikanten heiratete, hat vollends Alfred Rethel die Sorge für 
fein Amt aufgab nnd eine chcmische Fabrik die Unterstützung seinerFa1nilie tragen müssen. 
 F-
        

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