Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Giotto
Person:
Thode, Henry Giotto <di Bondone>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-685572
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-686851
Abb. 115. 
Genossinnen gefolgt ist sie vor den Priester 
getreten und läßt es gesenkten Hauptes, 
willenlos gleich Joseph, welcher sich kaum 
sie anzuschauen traut, geschehen, daß der 
Priester den Bund schließt. Betroffen, 
aber schweigend hält sich die Schar der 
Jünglinge zurück, deren einer  ein spii: 
ter bis auf Raphael immer wiederholtes 
Motiv  enttiiuscht den Stab über dem 
Knie zerbricht, nur ein einziger eilt stauss 
nend, vielleicht, nicht ohne eine leise Regung 
des Spottes über die Ungleichheit des Pan: 
res, auf dieses zu CXl, Abb. 84I. 
Die Rückkehr der Braut in ihre Hei: 
mai Nazareth schildert das folgende, einen 
wahrhaft antiken Geist atmcnde Bild. Jos 
seph ist ihr vorausgeeilt. Wir gewahren 
sie, von fünf Genossinnen, welche ihr der 
Priester mitgegeben hat, zwei Dienerinnen 
nnd zwei Männern geleitet, dahinschreitend, 
nicht von eigenem Willen, sondern von 
einer höheren Macht bewegt. Ein ganz in 
die süßen Klänge seiner Ribecea verlorener 
Hochzeitsmufikant eröffnet den Zug, der von 
zwei Bläsern vor dem festlich geschmückten 
Hause empfangen wird fXII, Abb. 85J. 
Der zweite Teil des Dramas beginnt. 
Auf ein Knie niedergesunken, empfängt 
Maria, nicht mehr die zaghafte Jungfrau, 
sondern  wie groß und kühn zeigt siG 
hier der MeifterI  eine in herrlicher 
Lebensfülle sich bewegende Frau die Bot: 
schaft des Engels. Vor der königlichen 
Würde der demütig feierlich ihr Gnadenlos 
auf sich Nehmenden beugen sich die Kniee 
des glanzun1ftrahlten Himmelsboten. Er: 
habener ist das Mysterium der Empfang: 
nis göttlicher Lebenskraft niemals dargestellt 
worden. Aus Kraft und Reinheit wird das 
Ewige geboren  dies ist die Offenbarung, 
welche unser wunderbar erhobenes Gefühl 
der geweihten Erscheinung höchster Weib: 
lichkeit entnimmt CX11l, XIV, Abb. 86, 87J. 
Die Gottgeweihte, ihres hohen Amtes 
in Demut Bewußte auch ist es, deren BesuO 
in der ,,Heimfuchungtt Elisabeth empfängt,
        

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