Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Giotto
Person:
Thode, Henry Giotto <di Bondone>
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-685572
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-686846
Giotto. 
Hoffnung. 
Verzweif,lung. 
Opfergaben herbei. Zwei ferner stehende 
Männer scheinen die Bedeutung des Augen: 
blickes zu erfassen CV11l, Abb. 81J. 
Diese Darstellung weist ein besonders 
lehrreiches Beispiel für die geistreiche Kunst 
auf, mit welcher Giotto das Zukünftige in 
dem Momentanen anzudeuten weiß. Jus 
dem er die Tempeldienerinnen dem Priester 
gesellt und sie mit Neugier und Teilnahme 
auf Maria schauen läßt, indem er Anna 
eine Bewegung des Anvertrauens, den 
Priester die des Empfangens machen läßt, 
gibt er uns zu verstehen, daß das Mäds 
chen in den Kreis der Tempeldienerinnen 
aufgenommen werden wird. Er erspart 
sich damit eine für.den Zusammenhang 
der Geschichte sonst notwendige besondere 
Darstellung, welche uns, der Legende ent: 
sprechend, Maria zur Jungfrau heran: 
gewachsen und im Tempel sich aufhaltend 
vor Augen führen müßte. Wir malen uns 
dieses fromme, dem Heiligen gewidmete Leben 
in der Phantasie aus und gewinnen so 
den Ubergang zu dem folgenden Vorgang. 
Dem Befehl des Priesters gehorchend, 
nahen sich die nnverheirateten Männer aus 
dem Stamme Juda, eine Schar innerlich 
erregter, äußerlich ruhiger, herrlicher kräf: 
tiger Jünglinge, denen sich aber in scheuer 
Zurückhaltung auch der besonders aufge: 
forderte Joseph angeschlossen hat und mit 
denen zu wetteifern ein zweiter Greis den 
Mut hat, dem Altar. Ein Wunder, das 
sich an den von ihnen überreichten Stäben 
zeigen wird, soll entscheiden, wer als Freier 
für die Jungfrau bestimmt ist CIX, Abb. 82J. 
Die Stäbe sind auf dem Altar auf: 
geschichtet. Betend, aber in einer mit Neu: 
gier gemischten Andacht erwarten die Be: 
Werber, unter denen Joseph wieder einen 
bescheidenen Platz, weit zurück einnimmt, 
die Entscheidung CX, Abb. 83J.  
Das Wunder hat sich vollzogen. Der 
Stab des demütigen Joseph hat sich in eine 
blühende Lilie verwandelt, und als Bote 
Gottes hat sich eine Taube auf demselben 
niedergelassen. Maria wird aus den inne: 
ren Räumen des Tempels gerufen. Von
        

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