Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Stuck
Person:
Bierbaum, Otto Julius Stuck, Franz/von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-683848
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-684299
Franz 
Stark. 
Abb. 31. 
Forellenweiher. 
J11nocentia CAbb. 21I zu sehen. Man 
konnte meinen, daß dieses Nebeneinander nicht 
unabsichtlich war. Dort der junge Mann, 
der die Kraft verkörperte, hier das junge, 
fast noch kind1iche Weib, das ein Bild de: 
Reinheit war. Und hier wie dort fluten: 
des Licht, eine Helle, die wie in Schwaden 
aus dem Bilde schlug. Sonne zu malen 
um ein JungfrauenantliH,s  das ganze 
Licht um diesen Kopf eine große Gloriole, 
das schien die Absicht des jungen Künstlers 
gewesen zu sein. 
Und aber dann wiederum dies: das 
Bild war ein Symbol; zwar fehlten dieser 
lieben feinen Gestalt die Flügel, und doch 
wirkte das schöne Kind wie ein engelisches 
Wesen. Nicht bloß die weißen Lilien 
sagten: siehe, da ist Unschuld, sondern es 
sprachen das auch die Augen. Und den: 
noch: in diesem Munde lag Sinnlichkeit, 
 verriet sich das Modell. Nicht im bösen 
Sinnel Ganz sicherlich nicht. Aber man 
konnte auch hier die Empfindung haben, 
daß die Steigerung des Realen ins Jdeale, 
wie sie der Vorwurf ersorderie, noch nicht 
völlig erreicht war. 
 Bei allen solchen DarstelIungen muß 
man doch immer bedenken, daß der Maler 
nicht in erster Linie Jdealiker ist, sondern 
Sinnenmenfch. Zwar schwebt ih1nsvor, 
das Reale so aufzuhöhen, daß der Be: 
trachter nicht ans Modell denken, sondern 
dessen Verklärung durch die idealistifche Ab: 
ficht des Künstlers empfinden soll, aber die 
Liebe des rechten Künstlers zur schönen 
Realität ist doch so stark, daß er sich schwer 
von ihr frei machen kann selbst in Zügen, 
die, für sich ,selbst betrachtet auch schön, 
doch nicht von der Schönheit sind, die ge: 
rade der Absicht entspricht. Ein Künstler,
        

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