Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Knackfuß, Hermann Dürer, Albrecht
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-675380
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-675861
Diirer. 
A1k2keck;t 
lichen Affen  einer 1nüßigen Beigabe, 
wie sie die Künstler jener Zeit gern ans 
brachten, um die Vielseitigkcit ihrer Geschicks 
lichkeit zu zeigen,  die Bezeichnung  
donna mit der Meerkat;,ett führt. Die Uns 
geübtheit im technischen Verfahren verrät 
sich hier an manchen Stellen. Aber über 
dem Ganzen liegt eine Stimmung von echt 
Dürerscher Poesie. Wir empfinden in dieser 
Landfchaft die Luft eines kühlen deutschen 
Som1nerabends; Wolken steigen geballt 
empor, aber der Wind, der die Köpfe der 
alten Weiden beugt, vertreibt sie wieder. 
Es geht ein sröstelnder Schauer durch die 
Natur, und in leiser Schwermut schweifen 
die Gedanken. Mit stillem, ahnungsvollem 
Leid betrachtet die junge Mutter ihr Kind, 
das sorglos mit einem Vogel spielt. Zu 
der Landfchaft, die diesem Blatte die Stin1s 
mung, in der sein künstlerischer Wert liegt, 
gibt, hat Dürer eine noch vorhandene 
Naturaufnahme aus der Umgegend von 
Nürnberg benutzt. Dieselbe befindet sich im 
Britischen Museum zu London und trägt 
von Dürers Hand die Aufschrift ,,Weiers 
HausU. Es ist einer jener mit Wassers 
farben gemalten Ansschnitte aus der lands 
schaftlichen Wirklichkeit.  In der realiss 
stischen Umgebung liegt auch der besondere, 
uns heute wieder so unmittelbar anspreihende 
Reiz des gleichfalls zu Diirers frühen Kupferi 
stichen gehörigen Blattes: ,,Der verlorene 
Sohns Unregel1näßige, teilweise vers 
wahrloste Bauernhäuser und Stallungen, 
feuchter Erdboden, ein Misthaufen, in dem 
ein Hahn herumpickt: das ist der Scheins 
plaH, in dessen Poesielosigkeit gerade die 
ergreifende Poesie der Darstellung liegt. 
In dem Schmutze dieses Hofes ist bei den 
Schweinen und Ferkeln, die sich um den 
Futtertrog drängen, ein verkommener Mensch 
niedergekniet und preßt in heißem Gebet 
Adam 
Tufcijzeicl1nung aus dem Jahre 1504. 
In der Albertina zu Wien.
        

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