Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Adriaen und Isack van Ostade
Person:
Rosenberg, Adolf Ostade, Adriaen/van Ostade, Isack/van
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-670376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-670828
Js 
ack 
Adriaen 
Oftade. 
die Kniee gesunken und streckt die Hände 
mehr abwehrend als empfangend dem Hirn: 
melsboten entgegen. Ein zweiter Hirte 
steht wie feftgewurzelt in ratloser Bestürzung 
neben ihm, und ein dritter läuft eiligst davon. 
Auch das Vieh ist durch das ungewöhnliche 
Ereignis in Mitleidensöhaft gezogen worden. 
Während die blöden Schafe von ihrer Lager: 
statt erst verwundert die Köpfe erheben, 
stürmen die Rinder in wilder Flucht fort 
beobachten Gelegenheit gehabt, und das flache 
Land, das nur hier und da von Baum: 
wuchs bedeckt ist, hat auch einen durch: 
aus holländischen Charakter. Adriaen kennt 
auch die seelischen Eigenschaften des lieben 
Viehes genau genug, um zu wissen, daß 
es sich durch überirdische Erscheinungen, die 
nicht unmittelbar sein Fell berühren, nicht 
aus seiner beschaulichen Ruhe bringen läßt. 
Nur der wachsa1ne SOäferhund schlägt, 
von dem Orte, wo sie der blendende Licht: 
glanz aus der Ruhe gestört. 
Aus der Sprache des begeisterten Dich: 
ters, der wirklich ein himmlisches Gesicht ge: 
habt zu haben wähnt, hat Adriaen van 
Ostade die biblische Erzählung in die schlichte 
Prosa holländischen Alltagslebens übertragen. 
Auch bei ihm steigen die himmlischen Heers 
scharen auf lichten Wolken vom Himmel 
herab, aber nicht in einer phantastisch gebil: 
deten Strahlenglorie. Wie hier plöHlich sahle 
Sonnenstrahlen die am herbstlichen Himmel 
hin und her jagenden Wolkenmassen durch: 
brechen, das hat der Künstler oft genug zu 
eingedenk seines Wächteramtes, Lärm, was 
wiederum ganz der Hundenatur entspricht, 
die für. grelle Lichtwirkungen besonders ern: 
pfindlich ist. Nicht bloß diesMöpse, sou: 
dern auch andere Hunde hellen den Mond an. 
Durch den Lärm sind aber keineswegs alle 
menschlichen Schläfer erwacht. Ein Knabe 
ist, noch schlaftruuken, bemüht, sich zu er: 
heben, aus dem Dunkel der Hütte taucht 
eine Gestalt auf, aber nur der greife Hirt 
im Mittelgruude, der in die Kniee gesunken 
ist und die erhobenen Hände in Andacht 
faltet, ist sich der Bedeutung der himmlischen 
Erscheinung bewußt. Zwei andere Hirten,
        

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