Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Wilhelm von Kaulbach
Person:
Ostini, Fritz von Kaulbach, Wilhelm von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-668686
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-668906
noch genug freie Schöpfungen zustande gebracht, die in der Linie jener ersten vieli 
verheißenden Jugeudwerke lagen, und der im Grund seiner Seele so stolze Künstler 
hätte weniger danach gefragt, was die Leute haben wollen. 
Auf diese Jugendschicksale, wie auf alles andere, was Licht auf Wilhelm von Kauli 
bachs Charakter wirft, wird man hier näher eingehen müssen. Mich dünkt, sie geben 
die Erklärung für jenen eigentümlich malitiösen Zug, der bei ihm so oft auch durch die 
ernsthaftesten Dinge spukt, dessen er sich ganz bestimmt oft selber nicht mehr bewußt 
war. Wer in der Kinderzeit so wenig Gelegenheit hatte, sich an der Güte der Menschen 
und ihrer Einrichtungen zu erbauen, von de1nsdarf es uns nicht wnndernehmen, wenn 
er später kein milder Lober unserer Zustände, kein Jdylliker mit rosenfarbener Seele 
wird. Die Psyche dieses Künstlers hat im Grunde nur vorahnend die Entwicklung 
durchgemacht, die wir in der Jetztzeit an einer ganzen großen Klasse im sozialpolitischen 
Kampfe spüren. 
Es möge dem Verfasser gestattet sein, von Kaulbachs Kindheit nnd erster Enti 
wicklung bis zur Epoche seines aufblühenden Ruhmes hier beträchtlich ausführlicher 
zu reden, als von den Werken der späteren Zeit, die alle Welt kennt und die aller 
Welt zugänglich noch unverändert vor den Augen unserer heutigen Generation stehen. 
Auch was das rein menschliche Jnteresse an diesem Künstlerleben angeht, bietet die 
Jugendzeit Kaulbachs viel mehr des Fesselnden, als das glatt und kampflos verlaufende 
zweitennnd letzte Drittel seines Daseins. 
Uber Kaulbachs Abstammung und Jugend finden wir reichlichen Aufschluß in 
Hans Müllers Kaulbachbiographie, die freilich ungefähr an dem gleichen Fehler leidet, 
wie Allgeyers Buch über Fenerbach, an einem allzu persönlichen Enthusiasmus, der auch 
gelegentlich geneigt ist, seinen Helden mit romantischen Zutaten zu umkleiden. Von 
W. V. Kaulbachs Eltern und S6hweftern. 
CZu Seite 59 u. 70.J 
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