Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Prell
Person:
Rosenberg, Adolf Prell, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-665614
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-666327
rastlos von Stadt zu Stadt zog, um Freunde 
zu werben, fand er eine sichere StüHe seines 
wankenden Thrones in den Bürgern der 
reichen und wehrhaften Stadt Worms, die 
die örtliche Herrschaft der Bischöfe schon 
seit langer Zeit nur widerwillig ertrugen. 
Gerade zur Zeit der höchsten Not, als sich 
die deutschen Fürsten zu einer Versammlung 
in Mainz anschickten, um König Heinrich 
abzusehen, fand der Versolgte, der kaum von 
einer schweren Krankheit genesen war, eine 
Zufluchtsstätte in Worms. Als er sich, so 
Seine nächste Sorge war, den Bürgern von 
Worn1s seinen königlichen Dank zu sagen, 
indem er ihnen vor seiner Weiterreise eine 
noch erhaltene, vom 18. Januar 1074 
datierte Urkunde aushändigte, in der er sie 
als die Männer preist, die ,,würdiger denn 
alle Bürger irgend einer StadtU seien und 
,,in der bewahrten Pflicht der Treue allen 
voranstehenV, und ihnen als Belohnung für 
diese Pflichttreue die Befreiung von allen 
kaiferlichen Zöllen für alle Zukunft vers 
brieft. 
Abs. 49. 
Wandgemälde 
Studien 
erzählt der Chrouist Lambert von Hersfeld, 
zu Anfang des Jahres 1074 der Stadt 
näherte, kamen die Bürger ihm bewaffnet und 
gerüftet entgegen, nicht um Gewalt zu üben, 
sondern um durch den Anblick ihrer Menge, 
durch ihre Wehrhaftigkeit, durch die Zahl 
ihrer kampfbereiten jungen Mannschaft ihm 
bemerklich zu machen, wie große Hoffnung 
er in seinem Mißgeschick auf sie sehen sollte. 
So mächtig wirkte diese Kundgebung, daß 
die deutschen Fürsten von ihrer Versamms 
lung in Mainz abließen und König Heinrich 
in seinem durch Bürgertreue geschühten Zug 
fluchtsort neue Kräfte gewinnen konnte. 
Die Überreichung dieser Urkunde hat 
Prell zum Gegenstand seines Bildes gemacht 
CAbb. 26J. Der feierliche Vorgang hatte 
sich also zur Winterszeit vollzogen, und das 
mit war für den Künstler die Grundstims 
mung gegeben, die immer zuerst das 
Landschaftliche betonte, dem sich die Fig 
guren unterordnen mußten. Denn jedes 
Bild, das er fortan schuf, sollte, auch 
wenn es an einen geschichtlichen Vorgang 
anknüpfte, nicht Geschichtserzählung sein, 
sondern zuerst und zumeist durch die landi 
schaftliche Stimmung wirken, die das Jus 
teresse des Beschauers auf sich zwingen
        

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