Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Prell
Person:
Rosenberg, Adolf Prell, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-665614
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-666729
Reich oder durch den preußischen Staat zu Frauen, Mädchen und Kinder, die ,,Menschen 
einer Akademie, etwa nach sranzösischem des goldenen ZeitaltersE gelagert, um dem 
Muster, eingerichtet würde. Sie sollte nur Gesang und dem Saitenspiel des Gottes in 
als freier StudienplaH für jeden, der dort seliger Selbstvergessenheit und Sorglosigkeit 
arbeiten will, offenstehen, nnd dann würde zu lauschen. Daß der Kultus der Schöns 
sie zur Förderung der Kunst viel mehr heit die Grundlage der griechischen Kultur 
helfen als eine noch so gut organisierte und Kunst ist, wird uns in dem Seitenbilde 
Akademie. Es müßte dann freilich die Aufs links CAbb. 76; vergleiche die Studie dazu 
gabe der Aufsichtsbehörde sein, nur solchen Abb. 77J durch eine der ältesten Mythen des 
Künstlern den Zugang zu diesem bevorzugten griechischen Heroenzeitalters veranschanlicht: 
StudienplaH zu gewähren, die der Nots durch das Urteil des Paris. In strenger 
wendigkeit eines geregelten Lernzwanges Durchführung seiner Absicht hat der Künsts 
nicht mehr bedürfen. ler aber nicht den Moment vor der Ents 
Als Prell nach dieser äußerst ergiebigen scheidung, dieses oft bearbeitete Motiv, sons 
Studienreise nach Deutschland zurückkehrte, dern den Augenblick nach dem Siege der 
brachte er volle Klarheit über den Gedankens himmlisch lächelnden Aphrodite dargestellt. 
gang, den Inhalt und die Komposition der Noch steht sie da in ihrer bezaubernden 
Breslauer Fressen mit. Vor allem stand Schönheit, in der stillen Einsamkeit eines 
ihm der Gegensatz der beiden Welten klar Gebirgsthales, über welchem  nach des 
vor Augen und damit auch die Stimmung, Künstlers freier Auffassung der Sage  
die die beiden Bilderreihen malerisch bes der schneeige Gipfel des Olympos empors 
herrschen sollte: die antike Weit C1nit dem ragt. Jhre Nebenbuhlerinnen sind längst 
Motto: Ver erat aevernum  es herrschte verschwunden. Nur der auf einem Baums 
ewiger Frühlings sollte das heitere Dasein ast sihende, mißgünstig herabblickende Pfau 
des lebensfrohen und schönheitsfreudigen der Hera und die herumslatternde Eule der 
Griechenvolkes, den Wechselverkehr zwischen Athene erinnern noch an die beiden, die 
den Göttern undMenschen in der mythischen im Zorn die idyllische Stätte verlassen 
Zeit schildern, und im Gegensah dazu sollten haben. In frohem Genuß ihres Sieges 
in den Bildern, die die christliche Welt gönnt Aphrodite den Anblick ihrerReize dem 
vor Augen führen, das Hereinbrechen der troischen Hirten, der, vor Staunen ,,zur 
furchtbaren, übersinnlichen Welt in das Statue entgeisterttt, noch immer den Apfel 
Geistesleben der Menschheit veranschaulicht in der ausgestreckten Rechten hält, obwohl 
werden. der hinter ihm stehende Eros ihn zu ers 
Während der Arbeit hat sich manches mutigen scheint. Mit großem Glück hat 
noch anders gestaltet, als es in Rom ges PrelI die schwierige Aufgabe gelöst, in der 
plant war. Aber die dort gemachten Stus Gestalt der Venus ein warmblüttges Bild 
dien haben doch den Gesamtcharakter bes weiblicher Schönheit zu schaffen, das eben: 
stimmt. So sind z. B. die landschaftlichen soweit von der flachen, phrasenhaftenIdealis 
Hintergründe, die jede Bilderreihe, ungeachtet tät, die besonders für die modernen Franzosen 
ihrer Teilung durch die Säulen, zusammens bezeichnend ist, wie von der gemeinenModelIs 
fassen, römischen Ursprungs: das zeigt sich Wahrheit entfernt ist, und zugleich hat er 
am deutlichsten an der Ostwand, wo sich in der Auffassung und Behandlung der 
die sinnige Schönheit und der erhebende Landschaft ein ideales Abbild der Natur 
Schwung der antiken Kultur entfalten geschaffen, das im einzelnen doch vollkommen 
CAbb. 75J. Jn dem Mittelbilde CAbb. 78J .realistisch ist und daher den Gedanken an 
thront, Apollo auf einem Altar, der seine eine freie Erfindung gar nicht aufkommen 
eigene Herme trägt.  Zu dem altertüms läßt. Es ist eine aus dem innigstenStudium 
lichen Abbild seiner selbst ist der Gott in der Natur erwachsene Auffassung der Lands 
eigener Person herabgestiegen, um den schaft, die mit der abstrakten Naturans 
Hellenen das Geschenk der göttlichen Kunst schauung, wie sie vornehmlich durch Rotts 
zu bringen. Hinter der Herme sind die mann und Preller in ihren stilisierten oder 
drei Grazien zu einer anmutigen Gruppe heroischen Landschaften zum Ausdruck ge: 
vereinigt, und im Vordergrunde, vor dem bracht ist, nichts gemein hat. Sie ist aber 
Altar haben sich Greise und Jünglinge, ebensowenig mit der Art Böcklins verwandt,
        

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