Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bildende Kunst und Schule
Person:
Rein, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-660123
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-660503
Diese kaiserlidien Worte sud2en wir nun bis in ihre 
letzten Folgerungen hinein auszudenken und vor allem dem 
nachzusehen, auf welchen Wegen die Kunst in das Uolk 
hinein2utragen ist und weld7en Anteil die Schule hierbei hat. 
tin der Spitze dieser Betraditungen wird der Gedanke 
stehen müssen, dass dasjenige den tiefsten Eindruck mad1en 
muss, was auf dem Boden der Heimat gewachsen dem 
vaterländischen Sinn am ehesten eingeht. Deutsche l1atur 
und deutsche Kunst dem deutsÖen solltet Das ist unser 
lTosungswort. Darin liegt das Geheimnis der künstlerischen 
Erziehung eingeschlossen. Die bildende Kunst kann erst 
dann ihre ganze Kraft äussern, wenn sie an deutscher 
Datur genährt und aus deutschem Geiste geboren ist. 
Sehen wir dies nicht in der Musik und in der Poesie7 
Was ist es, was die deutsdie Jugend und das deutsdie 
Uolk am tiefsten anspricht7 ln erster Linie das, was den 
deutsd1en Charakter ausgeprägt trägt: das Uolkslied, das 
deutsche Märchen, das deutsche Epos und Drama, die herrs 
liche deutsche Musik bis auf Richard Wagner. hier sind 
wir Deutsche das führende Uolk. hier sind wir in den 
ersten Meistern von Sebastian Bad: an nur unserem Genius 
gefolgt. Dicht so rein tritt dies in der Poesie und am 
wenigsten in der bildenden Kunst hervor. flach l3olbein, 
Dürer und Kembrandt überwuchert das fremde llorbild die 
heimische Schaffungskraft und driIdtt sie in die Stelle der 
Dachahmung herab. 
Erst in unseren tagen sehen wir, wie deutsche Künstler 
befreit von dem Einfluss fremder llorbilder in hartem Ringen 
sich abmiihen, die deutsdie Seele an der Band der deutschen 
1I
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.