Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Schatten- und Scherenbilder aus drei Jahrhunderten
Person:
Knapp, Martin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-658073
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-658340
verbreitet wur-  schneidet Unger d. 
den. An diesem - I Jüngere in Ber- 
Werk haben   I lin, Wendt aus 
wenigstenszuAn-  Halle, F. C. X. 
fang  viele Starcke u. a. m. 
Freunde Lavaters I . FriedrichAnthing 
mitgearbeitet,dar- legte auf Reisen 
unterauchGoethe I ein Album an, in 
undderHannover- "-O . - welkhes er die 
sehe Arzt J. G. NR ! I  Schattenbildnisse 
Zimmermann.La- O. N vieler europäi- 
vater hatte in sei-  scherBerühmthei- 
ner Überschwang-  ten einzeichnete 
lichen, unkriti-  und sie von ihnen 
schen Weise den Originals:-öße Besitzer: Dr. A. Spanier, München mit eigenhändi- 
Versuch unternommen, die 4Phvsiognomik  gen Beiträgen versehen ließ. 
,,nämlich die Fertigkeit, durch das Außere eines Um l780 erschienen mehrere Schriften über die 
Menschen sein Jnneres zu erkennen"  zu Kunst, Silhouetten herzustellen. Eine der Ver- 
einer Wissenschaft zu erheben. Viele Abbildun- vielfältigungsarten erhielt von ihrem Erfinder 
gen desWerkes waren Silbouetten,undderPro- den geheimnisvollen Namen ,,Boumagie". In 
fillinie wurde die größte Wichtigkeit zugemess"en. .Holzschnitt und Kupferstich wurden häufig Sil- 
Mit mehr Wissenschaftlichkeit begründete Dr. houetten hergestellt, später in Lithographie. Auf 
Gall die Phrenologie, und selbst Goethe machte Porzellan und Glas, oder hinter Glas, wurden 
bekanntlich eine anatomische Entdeckung am Schattenrisse gemalt; besondererBeliebtheit er- 
menschlichen Schädel. Schwärmerei und Wissen- freuten sich die sog. Goldglassilhouetten. Wir 
schaft beschäftigten sich in der Zeit höchsten gei- gehen auf die eigentliche GesChkChte der Porträt- 
stigenLebens,die demZeitalter derNaturwissen- silhouette und die vielfältige Si1houettenindu- 
schaften voraufging, vor allem mit der mensch- strie nicht näher ein,wie wir auch imBildermate- 
lichen Erscheinung, mit dem Wert des Einzelnen. rial die Porträtsilhouette nur durch ganz wenige 
Es war jene Zeit, die im besonderen erkannte: Beispiele veranschaulichen. 
Höchstes Glück der Erdenkinder Der größte Reiz lag namentlich in der ersten Zeit 
Jst nur die Persönlichkeit, darin, daß die Silhouetten von jedermann selbst 
die Zeit des 5Persönlichkeits-, des Freundschafts- hergestellt werden konnten. Noch l791 schrieb 
 den Goethe: ,,Jedermann war darin geübt, und kein 
körperlichen Linien des Gesichts versuchte man den Fremder zog vorüber, den man nicht abends an 
Geist zu lesen, und dazu mußte die Silhouette die Wand geschrieben hätte; die Storchschnäbel 
das einfachste Mittel bieten. Wir können uns die durften nicht rasten." Die Silhouette S. 8 hat 
F!-eundeskreise jener empsindsamen Jahre gar Lavater selbst auf einer Reise einem Freunde 
nicht mehr ohne die Silhouetten vorstellen, die ins Album getuscht. 
eine so große Rolle spielten.,,Senden sie mirJhre Die 80 er Jahre des l 8.Jahrhunderts gelten für 
SilhFiette"  das war mindestens so wichtig die klasfI"ftk)E -Zeit der Porträt-Si1hoUekke, Die 
wie ein Beitrag zu den beliebtenAlbums. Es gab Bildnisse sind streng geschlossen und von einfach 
zahlreiche Silhouetteure, die sich berufsmäßig kräftiger Wirkung, während später allerhand 
mit der Herstellung und Vervielfältigung von zeichnerische Zutaten und Ausschmückungen der 
Scl)attenrissen abgaben, Iacob v. Döhren in Silhouetten inMode kamen. Scl)on l780 klagt 
Hamburg, Bernstorff in Hannover, der Holz-, derVerfasTereinerdererwähnten kleinenSchrif-
        

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