Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Schatten- und Scherenbilder aus drei Jahrhunderten
Person:
Knapp, Martin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-658073
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-658275
Te;-ten auf die Romantiker zurückgriffen oder fiel) 
ihnen anfchlossen. 
Zwischen den alten orientalifchen Schattenspiel- 
siguren und den neueren abendländisä)en besteht 
ein wesentlicherUnterschied: die Figuren der orien- 
talifchen Spiele sind aus Leder-,.Häuten oder star- 
kem Papier geschnitten, meist kunstvolI durchbro- 
chen,gefarbt und mitOlen durchscheinendgemacht, 
sodaß sich auch ,,bunte Srhatten" erzeugen ließen, 
wie bei der im 17. Jahrhundert erfundenen La- 
tema Magica.Dagegenhaben die neueren Schat- 
tentheaternurschwarze,undurchbrocheneFiguren, 
deren Schatten also geschlossene Form annehmen 
und ,,reine" Silhouetten sind. 
Der Begriff Silhouette ß"ndet nicht immer die 
gleiche Auslegung. Ursprünglich die um die Mitte 
des l8. Jahrhunderts in Paris aufgekommenen 
   
nend,wurdedasWortallmählich aufalIenurdurch 
den Umriß oder überhaupt ganz vereinfacht gege- 
benen Bilder angewandt.ImGegensatz dazuwird 
aber von der reinen oder klassischen Silhouette 
und von einem reinen Silhouettenstil gesprochen, 
dem nur der streng geschlosTene, ganz ausgefüllte 
Umriß entspricht. Das schwarz- oder rotfigurige 
Vasenbild der Griechen, auf das oft hingewiesen 
wird, hat jedoch in der Regel Innenriizen und 
Jnnenzeichnungen. Es mag sein, daß einzelne 
FigurendarstelIungen der Schattenbildniskunsi 
an griechische Vasenbilder oder andere Erzeug- 
nisse der alten Kunst erinnern und daß viel1eiä)t da 
und dorteine ähnliche Wirkung angeftrebtworden 
ist. Ja man hat gerade in jenerZeit der Neubele- 
bung altklassischer Kunstideale,die mit derBlüte- 
zeit der Silhouette zusammenfällt,um dieWende 
des 18. Jahrhunderts, auf einen solchen Zusam- 
menhang hingewiesen,so etwa Goethe,wenn er im 
November l 806 an Philipp Otto Runge,derihm 
einige seinerAusschnitte übersandt hatte,schreibt: 
,,EsistmireineangenehmeEmpsindung,durch die 
Freude an diesen bedeutenden und gefälligenPro- 
duktionen eine frühere Epoche an eine spätere, die 
durch einenungeheurenNißvon einander getrennt 
scheinen, wieder anzuknüpfen." Doch wird man 
im Ernste einen entwicklungsgeschichtlichen Zu- 
sammenhang zwischen den griechischen Vasenbil- 
dern und den neueren Schattenbildnissen nicht 
konstruieren wollen. Die schwarzen und rotfigu- 
rigen Vasenbilderi waren rein dekorative, dem 
Schmuck der Versen dienende Gebilde. An den 
Schatten der Figuren oder auch nur an ihre Um- 
-Ausfchneidearbeit aus Persien 
Besitzer: Dr. R. Tsc17udi, -sann-um 
("2l1IsI G- Jacob, Die -;)erkunft der Si1houetten-Kunst in 
Perfien, Berlin, May-er Z; Müller 1g13)
        

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