Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Exlibris
Person:
Zur Westen, Walter von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-656718
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-657195
Porträt s Exlibris. 
Jnnenräume. 
Rokoko. 
hatten, schenkte Max von Bayern die be: 
rühmte Bibliotheca Palatina aus politischen 
Rücksichten dem Papste Gregor XV. Bevor 
die Bücher nach Italien abgingen, ließ er 
aber in jeden Band ein an diese Begebenheit 
erinnerndes, eben von der Hand Raphael 
Sadelers herrührendes Exlibris einkleben.  
Neben den weitaus die Mehrheit bil: 
denden heraldischen Blättern kamen bereits 
   
vor. in o es e a z.  uspinianus 
CSpießhanimerJ, der von Kaiser Maximilian 
mit dem DiFhterlorbeer gekrönte Humanist, 
der in der Uberschrift den Grund angibt, 
der ihn zur Anbringung seines Bildnisses 
veranlaßt hat: ,,Cuspi11ianus, us; fures arg 
ce:1t, hie suam imaginem l0cavit.tt Er glaubte 
also, der Anblick seines Bildnisses würde 
einen Dieb am Stehlen verhindern, würde 
ungetreue Entleiher am erfolgreichsten an die 
Rückgabe des Buches mahnen. Daneben wird 
gewiß nicht selten die liebe Eitelkeit mit: 
gesprochen haben F gab es doch hier einen 
sicheren Weg, sein Bild in zahlreichen 
Exetnplaren auf die Nachwelt zu bringen. 
Jin f1ebzehnten Und .ach.tzehnten Jahrhundert 
finden sich auch haufig Abbildungen von 
Bibliothekinterieurs auf den Eignerzeichen 
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Abb. 28. Exlibris, gezeichnet von 
W. W. Sturykopf. 
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Abb.29. Exlibris, raviert von F. von Schennis. 
T in ihrer Gesamtheit eine fesselnde 
Ubersicht über die Wandlungen des archi: 
tektonischen Geschmacks in dieser Periode. 
Jm achtzehnten Jahrhundert wurde 
man auch in Deutschland des trockenen 
Tones, der würdevollen Steifheit satt, und 
die heitere Anmut des Rokoko verdrängte 
die pomphafte Feierlichkeit des Barockstils. 
Eine künstlerische Glanzzeit, wie in Franks 
reich, erlebte das Exlibris in Deutschland 
freilich nicht, dazu waren die allgemeinen 
Kunstverhältnisse nicht angethan, immerhin 
sind uns aber eine ganz beträchtliche Zahl 
liebenswürdiger, gefälliger Blätter von der 
Hand J. E. Nilsons, Johann Martin 
BeruingerothsCAbb.t5JuudJohann 
Wilhelm Meils CAbb.16 u. 17J ers 
halten. Auch J. E. Riedinger, der 
heute so hochgeschätzte, vielleicht auch etwas 
überschäHte Maler und Radierer des Tier: 
lebens, hat Exlibris geschaffen. 
Um die Mitte des akhtzehnten Jahr: 
hunderts bildete sich unter dem Einfluß 
des Kultus der antiken Kunst auf der einen, 
der Naturschwärmerei a la Rousseau und 
des Weltschmerzes a1a Werther auf der 
anderen Seite jener Stil, der so lange 
als ,,Zopftt im übelsten Rufe stand und 
der heute wieder in bedeutendem Maße
        

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