Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Angelico da Fiesole
Person:
Wingenroth, Max Fiesole, Angelico/da
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-630809
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-631665
lange unter der T�nche verborgene Bild ist jeHt wieder aufgedeckt; es hat etwas ges 
litten. Einzelnes ist noch schematisch. Ergreifend aber der Kopf des Heilandes er ist, 
ganz en fasse gesehen, auf die Brust herabgesunken, so da� der untere Teil des Gesichtes 
stark verk�rzt ist. Die Halbfigur der Madonna mit dem Kinde �ber einer T�r des 
Klosterhofes ist leider so g�nzlich �bermalt, da� sie als Werk des Meisters nicht mehr 
in Betracht kommt. Den Kapitelsaal zierte ehemals ein Fresko der thronendeu Madonna 
mit dem Kinde zwischen den Heiligen Dominicus und Thomas von Aquino, das 1882 
in die Eremitage zu St. Petersburg gelangte. Den Angaben des Kataloges nach ist es 
teilweise sehr retuschiert. Das Kind ist nackt dargestellt mit einem leichten Schleier um 
die H�ften, wie auf der Peruginer Tafel, mit der es vielleicht gleichzeitig sein d�rfte. 
Noch ein zweites Wandgem�lde hat den Weg ins Ausland genommen wir, finden es 
wieder im Louvre CAbb. 60J. Trog starker Besch�digung und stellenweiser Ubermalnng 
ist es doch sein tresfliches Zeugnis f�r die Sicherheit, mit der Angelico schon in Fiesole 
die Wandmalerei handhabte und auch daf�r, da� er ihre Prinzipien klar erkannt hatte. 
Zur rechten Seite des Kruzifixus steht Johannes mit krampfhaft gefalteten H�nden schmerzs 
voll zu seinem Herrn aufblickend, links die Mutter mit gramdurchfurchtem Gesicht ihre 
Hand weist die And�chtigen auf den heiligen Dominicus als Vorbild hin, der am Fu�e 
des Kreuzes in die Knie gesunken ist, es umfa�t und inbr�nstig zu seinem Erl�ser aufsieht. 
Kein ausgef�hrter Hintergrund, nur die n�tigste Andeutung des Bodens die Gestalten 
ernst und gewaltig, das Ganze wie eine Vision mit sicherer Hand hingestellt. Der Ton 
ist angeschlagen, der in S. Marco zu einem m�chtigen Oratorium anschwil1t. An die 
Stelle der frommen, freudigen Tr�ume mit ihrer Farbenfreudigkeit und ihren grazi�sen, 
leichten Gestalten tritt jeHt der schmerzliche Ernst der Passion. 
san 
Marco. 
Die politischen St�rme, welche Florenz erregten, hatten um das Jahr 1434 einen 
gewissen Abschlu� gefunden. Aus dem Exil in Venedig zur�ckkehrend, war Cosimo del 
Medici als Triumphator in die Stadt eingezogen, und es begann jene merkw�rdige Art 
der Herrschaft des Hauses Medici, die sich �u�erlich gab nur als Beratung und Eins 
flu�nahme, in der Tat aber einem f�rstlichen Regimente gleichkam und bis an das Ende 
des Jahrhunderts dauerte. Alle Verh�ltnisse fingen an, sich zu konsolidieren. 
Cosi1no del Medici ist bekannt als einer der gr��ten Bauherren jener �beraus bang 
lustigen Zeit. Da� seiner Kunstbegeisterung und seinen Kennerschaft ein gut St�ck 
politischer Berechnung beigemischt war, konnte auf die konsequente Durchf�hrung seiner 
Pl�ne nur vorteilhaft einwirken. Diese seine Bauliebe sollte auch den Dominikanern 
von Fiesole zugute kommen. Er war diesem Orden vor anderen geneigt und daher ent 
schlossen, ihm in Florenz eine St�tte zu schaffen, ausersehen hatte er dazu die seinem 
Palaste nahe gelegene Stelle des heutigen S. Marco. Hier besa�en bisher die Silvestriner 
ein Kloster. Sie hatten sich in leHter Zeit als durchaus unwiirdige Diener Gottes ers 
wiesen. Aus der allgemeinen tiefen Gesunkenheit der Kl�ster im vierzehnten Jahrhundert 
war es ihnen nicht gelungen, sich zu erheben Kein Raimund von Capua, kein Dominici 
war ihrem Orden erstanden. Es wurde auf Betreiben der Florentiner eine strenge kirchi 
liche Pr�fung vorgenommen und sie ergab die tats�chliche Unf�higkeit des Ordens, seine 
Aufgaben zu erf�llen. Diesen verlotterten M�nchen gegen�ber standen die Fiesolaner 
durch die Reinheit ihres Lebens und ihr aufopferungsfreudiges Wirken in h�chster 
Popularit�t, so da� allenthalben der Wunsch vorhanden war, sie nach Florenz zu ziehen. 
Da nun die Silvestriner auch noch auf die geringe Zahl von zw�lf zusammengeschmolzen 
waren, beschlo� man einfach, ihnen ein kleineres Kloster und das ihrige den Dominikanern 
zuzuweisen. Nat�rlich setzten die zw�lf M�nchlein dagegen Himmel und H�lle in Bei
        

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