Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Angelico da Fiesole
Person:
Wingenroth, Max Fiesole, Angelico/da
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-630809
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-631949
iiberirdischen Lichte geblendeten Apostel. Die kauernde Stellung der Jünger unterstiiHt 
die überragende Wirkung der grandiosen Gestalt Christi, der übrigens die doppelte Größe 
hat. Jst in den Jüngern die momentane Wirkung des Geschehens gegeben, so zeigen 
die zur Seite stehenden Katharina und Dominicus die Versunkenheit des Mystikers in 
diese Vision, in welche sie mit ruhigem Auge blicken, durch langes Schauen an den 
Glanz himmlischer Gesichte gewohnt. Man hat mit Recht von der tief mystischen Bei 
handlung des Vorwurfs gesprochen. 
Sie tritt uns auch entgegen in der Kreuztragung. In starrer Felsöde Christus 
seinen einsamen Weg wandelnd CAbb. 77J. Jhm folgt in einsamer Trauer Maria, vor 
ihm aber ist der heilige Dominicus aus die Knie gesunken, das Buch, worin er gerade 
von der Kreuztragung las, ist seinen Händen entfallen, er hat sie zum Gebete gefaltet. 
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 III.  Es  Z  . . 
       
Abb. 93. Der Verrat des Judas. Von den SportelIi der S. S. Annunziata. 
CJeyt in der Accs.demia della helle arti.J 
Nach einer Originalphotographie von Gebt. Alinari in Florenz. cZu Seite 110 u. 112.J 
Der Heiland legt den Kreuzesstamm auf seine Schulter mit den Worten: Nimm mein 
Kreuz auf dich und folge mir nach. Eine Vision des heiligen Dominicus, wie sie manch, 
mal dem frommen Maler selbst mag zuteil geworden sein.  In Zelle 35 erblicken wir 
das Abendmahl, auch nicht das historische Mahl, sondern in ritueller Darstellung die Spen: 
dung des Sakramentes CAbb. 78J. Die vier Apostel links haben dasselbe schon empfangen: 
ihre still ergebenen Mienen zeigen das Bewußtsein, daß sie den Geist des Herrn in sich 
aufgenommen haben. Christus reicht das Sakrament eben dem Johannes, während die 
drei folgenden und die vorn knienden Jünger in andächtigem Verlangen dem Moment 
entgegensehen, da an sie die Reihe kommt. Links kniet Maria, gewissermaßen als Borg 
bild für die tiefe Andacht, mit der wir Christus in uns empfangen sollen. Man hat 
mit Unrecht aus mancherlei Mängeln des Bildes, der mißlungenen Perspektive, dem 
unmöglichen SiHen oder Stehen der Apostel auf die Beteiligung von Gehilfen geschlossen. 
Es sind Mängel einer Frühzeit der Kunst, eines Meisters, der, im Trecento geboren, 
bis zum Ende seines Lebens die GeseHe der Perspektive nicht beherrschte, wie die meisten 
seiner Zeitgenossen.
        

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