Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rossetti
Person:
Jessen, Jarno Rossetti, Dante Gabriel
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-629592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-630611
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ist frei und eine Gliederkette hängt tief herab. Um den Aus-schnitt legt sich ein 
heller, lustiger Schal und läßt seine Enden am Rücken emporflattern. Diese Bild- 
schöpfung ist in jedem Detail mit ästhetische1n Raffinement ausgestattet. Nur den Ausdruck 
des LaUschens vermissen wir ein wenig in der schönen Träumerin. Ihre liderschweren 
Augen scheinen mehr in die Ferne zu schweifen, als intensiv mit dem gefiederten Lehr- 
meister beschäftigt. TroH dieses Mangels strömt etwas unaussprechlich Besänftigendes, 
Wohllautendes aus dem Bilde, ein Seelenfluidum, wie es nur Giorgione mitzuteilen ver- 
mochte. Die Farbenwirknng ist, trotz des Znsammenklingens kühler Töne in dem Grün 
des Frauenkleides, dem Gelb der Blumen nnd dem Blau der Mädchenaugen, von be- 
sonderer Magie. Die Oberstimme ist dem Grün übertragen, und es kommt uns hierbei 
ein interessanter Ausspruch Rossettis über die Stusenleiter seiner Lieblingsfarben in die 
Erinnerung. ,,Als ich nachdachte," sagte er, in ,,welcher Reihenfolge ich die Farben liebe, 
fand ich folgendes: 1) reines, helles, warmes Grün, 2) tiefe Goldfarbe, Z) gewisse 
graue Valeurs, 4) schattiges oder Stahlblau, 5) Braun mit purpnrnen Lichtern, 6) Schar- 
lach. Andere Farben sind nur liebenswert je nach den Beziehungen, in die sie gebracht 
werden." Dieses koloristische Bekenntnis erscheint ein pshchologisches Dokument von 
Jcssen, R-)ssetti. S
        

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