Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rossetti
Person:
Jessen, Jarno Rossetti, Dante Gabriel
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-629592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-630591
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nur der Kopf, besonders die Haarmassen, sind durch dunkle Zeichnung akzentuiert, und 
diese ungleiche Verteilung von Schwarz und Weiß verleiht dem Bilde seine Eigenart. 
Die Absicht, den Vorwurf als Olge1nälde auszuführen, hat Rossetti nicht verwirklicht. 
Weniger glücklich war die dunkeltonige Kreidezeichnung ,,La Donna della Fiamma" (1870), 
die C. F. Fry besiht. Hier erscheint 
die Haltung der Jungfrau, aus deren     
Rechten die lodernde Flamme aus-         Y  
züngelt, gekiinstelt, der Oberkörper T -    
und die Arme verzeichnet und das  T   
Haar zu tnasfig.    I " 
Das Jahr 1871 fand den Künst-      
ler an der Vollendung seines dem     
Umfang nach größtem Olgemälde, .  ;   
dem ,,TraumDantes"(1871-1881)   .  , I   
(Abb. 57), tätig. Eine Schöpfung    z-   
entstand, die ihn in den Bewegungs-       
rhythn1en mehr auf den Spuren der          
Florentiner Quattroeentisten zeigte.     
Seit er sein schlichtes gemiitstiefes   S    
Erstlingswerk geschaffen hatte, war U     
das Motiv nicht von ihm gewichen.     
Es hatte sich zu bewegtere1n Linien-      
flus3 und pomphaft erhöhter Aufsas-   
sung in seiner Ki.instlervision um-   ;I  
gestaltet. Das For1nat von 6 zu        
31Jz, Fuß, das einer seiner besten    H   
Kunden, Mr. Graham, bestellte, ge- F,   J  
nügte Rossettis Absichten nicht. Er       
nahm eine Leinwand von 10 zu 7   S. J-i  
Fuß, um ein mächtiges Hauptlebens-        
Werk zu schaffen. Statt der schlicht  H;    
gescheitelten Mrs.Hannay wurde jeht H  I    
die üppige, von reicher Lockenflut      
umwalIte Schönheit der Alexa Wil-     
ding das Modell seiner Beatrice.  ?   
Auch die Jungfrauengestalten, die H  
am Kopf- und Fußende des Sarges  XX 
das blumenbestreute Leichentuch über   
dieAbgeschiedenebreiten,warendurch-      .z 
aus die vornehmen Edelfräulein des       
Florenz, wie es Ghirlandajo schil-   J     
derte, nicht mehr die zaghastenMägd-  s Ä "  T    
lein sienesischen Stils aus der Früh-   ;     
zeit des Künstlers. Beatrice wurde          
sitzend aufgebahrt mit über der Brust    
    
hanc Be1ZegusT"gfh1::Zc 'dcr Her   (Mit Erlaubnis von F.  W. E) Pe1nbroke Square.) 
den Mund der Toten küßt, und das 
feierliche Pathos der hinter ihm schreitenden Dantegestalt, die wir aus der weit ver- 
breiteten Zeichnung Rofsettis kennen (Abb. 58), bereichern den Organismus der Kom- 
position u1u ein paar edle Bewegungs1notive. Die links und rechts wie zwei holde 
Kur-t)atiden aufrecht stehenden Bahrtuchträgerinnen gehen mit den senkrechten Linien der 
Architektur, der Treppenpfeiler nnd der Dantegestalt zu feierlicher Wirkung zusammen.
        

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