Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rossetti
Person:
Jessen, Jarno Rossetti, Dante Gabriel
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-629592
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-630136
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jeHt im Besih von Fairfax Murrat), das der Bruder allen anderen Rossetti-Porträts überlegen 
nennt, wurde damals mit indischer Tinte geschaffen. Es ist ein Brustbild, das einen der 
schönsten K-iinstlerköpfe oerewigte. Jn dem freien tiefen Blick der Augen, der edlen Bildung 
von Stirn nnd Nase und einer gewissen Energielosigkeit und sinnlichen Veranlagung der 
vollen Lippen hat Rossetti sein Wesen charakteristisch gespiegelt. TroH des Widerspruchs 
zwischen der oberen, ideellen und der unteren, materiellen Gesic)tshälfte ist die Harmonie 
des Ganzen rein erhalten. Scharf erfaßt und liebevoll bis in jede Haarpartie durchgeführt 
war das Brustbild Brownings aus derselben Zeit. Angesichts solcher Arbeiten begreifen 
wir Rossettis Wunsch, nach Nürnberg zu gehen und Dürer zu studieren. 
Jnteressant, sind die Abwandlungen, die einige Themcn Rossettis im Lauf der 
Jahre erfahren. Einen ,,Traum Dantes" hat er sich (1856) als Aqugrell konzipiert. 
Trotz der Übereinstimmung der Komposition wurde die spätere große Olschöpfung von 
1871 ans gänzlich anderem Geiste geboren. In der Friiharbeit sind die Modelle 
weit schlichter. Die Vertikale herrscht vor, es fehlt die Schwunghaftigkeit des zu- 
künftigen Stils. Die Fassung ist noch kindlich, dürftig; aber ein eigener Reiz des Un- 
befangenen liegt auf den Gestalten. Jede Affektation fehlt, die dem späteren Werk nicht 
ganz ferngehalten ist. Auf dem ersten Bild ist das Röckchen An1ors noch in schüchternem 
Hellblau gemalt, er küßt Beatrice zart aus die Stirn, nnd das Blondhaar der Toten 
liegt in glatten Scheitelu. Später zeigt das Gewand des Liebesgottes ein flammendes Rot, 
er küßt die Lippen Beatricens, und ihr schimmerndes Haar kräuselt sich in iippigen Massen. 
Zum Jllustrator war Rossetti wenig geeignet, weil sein phantasiereicher Geist sich 
nur schwer der Denkart anderer anpafzte. Als er dem befreundeten Allingham Mit- 
teilung von seinem Auftrag, Tennyson zu illustrieren, machte, gab er besonders der Freude 
Ausdruck, nun ,,auf eigene Faust allegorisieren zu dürfen". In den fünf Textbildern, 
die der Verlag Moxon 1855 für die große Ten11yson-Ausgabe bei ihm bestellte, lieferte 
  
        

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