Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Anselm Feuerbach
Person:
Heyck, Eduard Feuerbach, Anselm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-627561
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-628145
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man ihn sehen kann, und dessen Schönheit schon der Instinkt der unschuldigen Kinder 
FMpfindet. Neben dem seinen Schnitt seines Kopfes und Profils liegt diese Schönheit 
M dem Kontrast der vollen dunklen, nußbraunen Haare zu den blauen Augen. Von 
Knabeuzeiten her weiß er das, ist aber auch so sehr gewöhnt, es zu wissen, daß es ihm 
geradezu abrückt aus dem Persönlichen und er davon nicht anders, als wie von einem 
Teil des allgemeinen Objektiven spricht. Wir werden nicht vergessen, daß das ganze 
Wesen des Künstlers Bekennen ist und nicht Verleugnen. Was alles nicht ausschließt, 
daß eine derartig os-sene künstlerische Befriedigung durch sich selbst auch unerträgliche 
Eitelkeit genannt wird von solchen Bekannten, die keine Veranlassung nehmen, sich intimer 
mit dem psychologisch Zugehörigen zu beschäftigen. 
Allgeher hat darauf hingewiesen, wie seinen Freund eigentlich zu allen Zeiten jeweils 
zwei künstlerische Hauptwerke gleichzeitig und wie in einer Ergänzung beschiistigt haben, 
Abb. 25. Garten des Ariost. 1862. Schacksche Galerie. 
Nach einer Originalphotogtaphie von Franz Hanfftaengl in München. (Zu Seite 113.) 
neben denen natürlich kleinere Arbeiten noch hergehen mögen. So schon hier. Die 
-,Kimbernschlacht" bleibt als das eine Hauptwerk stehen. Es macht gar nachdenklich über 
das Phäno1nen der Entwickelung eines großen Künstlers, rückt ein Leben, falls es über- 
haupt innere Geschlossenheit hat, gar nahe zusammen: wenn man ans der beschriebenen 
Rückseite der an die Eltern geschickten Skizze der Kinibernschlacht von 1845, also aus 
den Worten des Sechzehnjährigen liest, wie das Bild werden soll, und wie es dann ein 
Menschenalter später, in der ,,Ainazonenschlacht", tatsächlich geworden ist: ,,Jch dachte mir 
einen unbestimmt trüben Himmel; ein Lichtstrahl    beleuchtet, nicht zu grell, die Haupt- 
gVUppe. Eine nicht große, sondern gedämpste Farbenpracht denke ich mir; bestimmte 
gMUliche Farben, die bril1ant wirken durch die starke Beleuchtung." Schon wie das 
PFvgramm überhaupt eines viel später von ihm eingeno1nmenen koloristischen Standpunktes 
Wien sich diese Worte, wie ein Miissen, daß er gar nicht nmhin kann, seinerzeit zu erfüllen. 
Was sich nun aber geschwisterlich jünger neben die künstlerische Erstgeburt des 
k)EWischen Schlachtgedankens stellt, das ist die gewonnene poetisch-geistige Beziehung 
Denn, Fenerback1. Z
        

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