Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklin
Person:
Ostini, Fritz von Böcklin, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-626016
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-626768
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   ,    die vierte Variante Cvon 1877J, 
     ,  die Stuttgart besitzt. Das Nacht: 
  steck esse 1878 bis 1880 gehört 
   Freiherrn M. von Heyl in Darm: 
       stadt, dem glücklichen Eigner so 
 e   T;   vieler Meisterwerke Böcklins. 
   ,   Baron Schack hat Böcklin im 
se    während dieser an der ersten VilIa 
 ;,zf  G  am Meer arbeitete. Böcklin hatte 
 s      damals mit Lenbach und von 
  ss   Hagen zusammen ein großes Orte: 
 J   ;    lier inne, wo er das Bild, wie 
 sey   der Baron meinte, in .,unsolider 
    Technikss schuf. Schock erzählt 
      übrigens ganz unbefangen von 
          
     seinen Norgeleien und davon, daß 
   7Ts7sss er die beiden Bilder behielt, die 
Ist  .,:z,J3si If  er recht gering bezahlt hattet Liest 
T,E H THAT man seine Aufzeichnungen in dem, 
   als geschichtliches Material ge: 
  I, nommen, sehr interessanten Büch: 
 lein ,,Meine GemäldesammlungH, 
 T so erhält man den Eindruck, daß 
er sich gewiß nie irgendeines Un: 
Abb.48. Bildnis Adolf Bayersdorfers. cZu Seite 94.J rechts gegen Vöcklin bewußt 
war. Wenn er gleich mit der 
unbefangenen Rücksichtslosigkeit des Sachunverständigen an Böcklin herumkrittelt, 
hat er doch auch Worte der höchsten Bewunderung für ihn. Das hindert ihn 
nicht, das Bild ,,Die WiesenquelleH CAbb. 22J in der Ausführung ,,so sehr 
mißratentt zu finden, ,,daß er es in Böcklins eigenem Jnteresse nicht auf: 
zuhängen wagteH. Und weil der notleidende Maler sich diese himmlische Anmaßung 
geduldig gefallen lassen mußte, meint sein Gönner: ,,Er bewährt sich als echter 
KünstlerO, indem er mir mein unumwunden ausgesprochenes Urteil nicht ver: 
übelte, vielmehr es bald selbst als richtig erkannte.tt O, Selbsttäuschung2 In 
Wahrheit ist das Beugen unter die Meinung eines Laien, von dem er abhängig 
war, wahrhaftig nicht gerade ein Beweis des echten KünstlertumS, sondern nur 
ein Beweis der echten Not, in der unser Maler steckte2 Und dann wissen wir 
aus Schicks Aufzeichnungen, wie sehr gerade dieses 1869 vollendete Bild dem 
Meister ans Herz gewachsen, wie tiefsinnig es empfunden, wie geistreich es durch: 
dacht, wie sorgsam es auf alle seine Wirkungen berechnet wart Wer Böcklins 
Malerei vollkommen verstehen will, muß diese ausführlichen Aufzeichnungen stu: 
dieren, dann wird er erkennen, daß es für den Maler Böcklin im Bilde überhaupt 
nichts Nebensächliches gab, nichts, was nicht wieder seine Beziehungen zu anderen 
Teilen des Werkes hatte. Kein Halm und keine Blume ist etwa nur deshalb vor: 
handen, weil der Maler eben gerade einen Halm und eine Blume an jene Stelle 
zu setzen Lust hatte; jeder Halm und jede bunte Blüte hat besondere Mission in 
der Bilderscheinung, erfüllt einen dem Maler bewußten, dem Beschauer nur in 
der Wirkung deutlichen Zweck. Darum ist diese Wirkung bei Böcklin immer so 
ungeheuer intensiv. Die wahrhaft künstlerische Arbeit, die an ein Werk ge: 
wendet ist, kommt ja immer wieder als Eindruck auf den Beschauer aus ihm 
heraus. Je mehr ein Künstler in einem Werke von seinem Wesen gegeben hat, 
desto länger hält es auch festt Jenes Quellbild, um das es ihm so sehr zu tun 
war, hat Böcklin bekanntlich ungezählte Male umgestaltet, bis er zufrieden war.
        

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