Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklin
Person:
Ostini, Fritz von Böcklin, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-626016
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-626246
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farbige Erscheinung umgeseht. Diese Art der Konzeption ist überhaupt das Ent: 
scheidende für Vöcklins Wesen. Für jeden, der diesem näher gekommen ist, er: 
scheint es doch als ein gar zu ärmliches Unterfangen, wenn jetzt so oft über 
Böcklins ,,literarische NeigungenU in geringschätzigem Ton gesprochen, es so hin: 
gestellt wird, als sei er fast mehr Poet als Maler gewesen. Für ihn war das 
Malenkönnen, die zielbewußte Anwendung der malerischen Ausdrucksmittel nur die 
erste Stufe; die zweite war dann die Vermittlung eines Natureindruiks, eines 
künstlerischen  nicht anekdotischenl  Gedankens durch jene technische Fertigkeit. 
Es wurde später der Ehrgeiz einer großen Malergruppe, auf der ersten Stufe stehen 
zu bleiben und sich mit der Malerei an sich zu begnügen. Ein Blick auf die 
Kunstgeschichte lehrt uns, daß solche Verachtung des Gegenständlichen nur eine 
Etappe sein und nichts Vleibendes bedeuten kann. In der Schätzung der Nachwelt, 
von der Mitwelt ganz abgesehen, blieb bis heute keine Kunst bestehen, die nicht 
auch etwas zu sagen hatte. Jn der Hauptsache sind die Feinde des Gegen: 
ständlichen doch meist nur die, welche selbst nichts zu sagen wissen und aus dem 
Mangel einen Grundsatz, aus der Not eine Tugend machen. Man muß nur wissen, 
NömifdEJe Landicl1aft. 
cZu Seite 28.J
        

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