Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklin
Person:
Ostini, Fritz von Böcklin, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-626016
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-627261
Judith. 
lZu Seite 112.J 
vollkommen frei umgestaltet wurde, hat er zunächst auf den Wunsch der Gräsin 
von Oriola geschaffen, welche bei einem Besuch in Florenz beim Künstler ein 
Werk dieser Art bestellte. Bei ihrer Rückkehr, so wird erzählt, führte sie Böcklin 
vor sein Werk und sagte etwa: ,,Sie erhalten, wie gewünscht, ein Bild zum 
Träumen. Es muß so stille wirken, daß man erschrickt, wenn angeklopft wird.H 
Und so tiefergreifend stille wirkt es auchl Nie ist mit den Mitteln der Land: 
schaftsmalerei eine innerlichere Wirkung erreicht worden, keine Landschaftskomposition, 
die wir kennen, ist groszzügiger und origineller erfunden. Und dabei kein wildes 
Pathos, kein akademischer Linienschwung, sondern eine Naturwahrheit, daß man 
meint, das stille Eiland müsse irgendwo in dieser düsteren Schönheit aus den 
Fluten steigenL Ganz ohne figürliche Zutat ist freilich die starke, seeliscJe Ein: 
dringlichkeit dieser Komposition nicht erzielt worden: der Kahn mit der weißen 
Priestergestalt und dem Sarge, welcher der Insel zugeführt wird, wirkt mächtig 
zu dem Eindruck mit, eine Staffage, die so glücklich erfunden ist, daß sie ein un: 
entbehrliches Stück des Ganzen bildet und vom Künstler in allen folgenden 
Fassungen an gleicher Stelle mit angebracht wurde. Dieser Kahn gab freilich 
auch ein vorzügliches Mittel ab, die Wasserfläche gegen den Beschauer heraus in 
der Ebene auszudehnen. Auf allen Fassungen steht die Uferlinie der Felseninsel 
ganz nahe am unteren Bildrand, und doch rückt die Insel eben durch diesen Kahn 
weit ins Bild hinein zurück. Es ist überaus reizvolI, die fünf Wiederholungen 
der Toteninsel zu vergleichen und zu sehen, wie sehr sie in allen Einzelheiten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.