Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-617894
K;U n 
K Uhr 
so ist diesesKunst. Je mehr Erfahrung und Uebung lich irgendwo die Kunst des Dichters entdeken. lleg 
der Künstler mit seinem Genie verbindet, je leichter berall sieht tnan nur die Gegenstände, die er mahlt 
entdeket er die Mängel des blos durch Genie ent: nnd hört nur die Personen. die er redend einführt. 
wvkfWU.WEVkss Also giebt die Kunst ihm die So wird tnan selten in dem wunderbaren Colorit 
wahre Vollkommenheit, auch schon ohne Riiksicht eines Titians oder van Dhks die Spuhr der Kunst 
auf seine äusserliche Darstellung. Das Gemähld gewahr, die Nin in Rencbrandts Sinken fast 
das nur noch in der Phantasie des Mahlers liegt, überall entdekt.  
hat schon die Wirkungen der Kunst erfahren, wenn Nirgend ist es wichtiger.die Kunst zu verbergen, 
Theile darin sind, die er aus Ueberlegung und Be: als im Drama und besonders in der Vorstellung des: 
wußtsehn gewisser Regeln hineingebracht hat. selben; und doch wird auch von sehr guten Dichtern 
 lieber diesesVerfahren der Kunst giebtman dieRei und Schauspielern nur gar zu ofte gegen eine so 
get, daß es so vielwie möglich müsse verstekt werden. wesentliche Regel gefehlet.  Doch hiervon wird 
Dies heiß so viel, als: daß die durch Kunst in das an einem andern Orte ausführlirher gesprochen 
Werk gebrachten Sachen, wie die andern den Cha: werden. G    tsJJmAea 
,rakter und das Ansehen der Natur haben müssen. Visweilen triftiman Werke der Kunst an, die so UND 
Diejenigen, welche das Werk betrachten müssen das, ganz Kunst sind, daß man die Natur darin vermißt. 
was die Kunst darin gethan hat, von.dem andern Man fühlt die Mühe und Lwenn7 dieses zu sagen 
nicht unterscheiden können, sie müssen nirgend den erlaubt istJ riecht bevnahe den Schweiß, den 
Künstler erbliken, damit die Aufmerksamkeit allein essdeln Künstler. ausgetriebrn hat. Man steht. 
auf das Werk gerichtet werde; denn nur in diesem gleichsam das Recept, das er vor. sich gehabt hat, 
Falle thut es seine volle Würkung. Wir bewun: um einen Theil nach dem andern mit Mühe zu; 
verneinen Laocoon, weil wir blos seine Gestalt, seine sammen zu setzen. Dieses begegnet den Künstlern 
Stellung, sein Leiden und die äussersie,Pestr,ebung ohne Genie, die blos die Regeln siudirt haben, und, 
seiner Kräfte erbliken. Sollten wir ben dem Anblik die in der4Arbeit von keinem innerlichen Trieb unter: 
dieses Werks nur etwas von den vielfältigen JBentü: stützt werden. Anstatt der Begeifierung, die alles 
hungen des Künstlers, seine mühesamen Veranstal: leicht und siießend macht, fühlt man beh ihren Wer: 
tungcn, jeden Theil dieses wunderbaren Werks, im ken die Marter die sie ausgestanden, die Theile des 
Marmor darzustellen, gewahr werden; so würde die Werks zusammen zu bringen.  
Aufmerksamkeit von dem Werk abgezogen, und der Der beste Rath, den man dein Künstler geben  
reine Genuß desselben. durch Rebenvorstelluugen ges kann, den Zwang. der Kunst zu versteken ist dieser: 
stöhrt werden. Horaz sagt von den Erdichtungen,  daß er zum Entwurfs seines Werks die Stunde der 
sie müssen der Wahrheit so nahekommen, als mög; Begeisierung erwarte, nnd zur Ausarbeitung dessel; 
lieh: tiEtalInr proxjma veris; und so muß man von ben sich hinlänglirhe Zeit nehme. Denn gar ofte 
dem, was die Kunst thut, sagen, daß es der Rai macht die Eil, daß man sich mit der Kunst aus der 
Mk Vl3lllg gleiche.  Noth hilft , da man ben längerem Nachdenken no; 
Die Franzosen nennen gewisn Wörter in geküni türliche Auswege würde gefunden,haben.   
,stelten Versen, die nicht nothwendig zum Sinne ge;      
hören,ifvl1dekU blos da nnd, um dem Vers seine me; K U U ff g V l ff.  
khanischeVollkonnnenheitzu geben,des;cheuilIes; Reis  cSchbne Künste. J  
get um den Vers zusammen zu halten. Dergleichen Ein feines Mittel den Zwei zu erhalten, oder eine 
Nägel und andere zum Gerüite des Kunstgebäudes Schwierigkeit zu heben, ohne eine nothwendig schrie 
gehörigen Dinge hat älV0k jeder Künstler zu seiner nende Unvollkommenheit zuzulasTen. Bei; Perser; 
Arbeit nöthig; aber in dem vollendeten Werke, muss tigung eines Werks von Geschmak können sich 
Alls SPUhk derselben s1Usgelöftl2t seyn. Dieses ist Schwierigkeiten von verschiedener Art zeigen, die 
.ofte sehr schtveer: Darum sagt man, es seh die sich nicht alle beschreiben lassen; daher sind auch die 
größte Kunst, die Kunst zu verbergen. Dieses hat Kunstgriffe mannigfaltig. Der Küt1lllEk, dem es 
selbst Virgil in der Aeneis nicht überall zu thun ver: an Genie und Schlanigkeit fehlt, KunslskllTe zu er: 
IWbts Aberin der ganzen Ilicks wirdmanschweer:r finden, wird selten glütlicb seyn. Eigentlich sind 
Kk kk :   die
        

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