Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-623550
HWWIUII 3UWlID W9WIVMU9 Welt sr,vuscznu Heringe; 
arbeitet und verziehn, geschrieben werden, sollten 
s7e,slVMkgfkMs Das Niemals ohne weitere 8usäze 
gesungen, oder gespiehlt werden. Bei, der Wieder: 
hvlUUg MADE dem geschilten Sänger noch. immer 
s1sey,sThikIiche Veränderungen anzubringen. Es ist 
aber kaum nöthig.zu erinnern, daß dieses nur solche 
Sänger und Spiehler thun können, die wahre 
Kenntnis der Harmonie und des melodischen Aus; 
druls haben. Da diese etwas selten sind, so höret 
man insgeinein in Operen Veränderungen, wodurch 
Melodie und Harmonie nicht blos verdunkelt, sen; 
dem völlig verdorben werden. Es giebt so gar 
Sänger, die gewisse Veränderungen, die sie von ih: 
ten Sangmeisiern gelernt haben, bei; jeder Gen: 
genheit, selbst da, wo sie sich am wenigsten schiken, 
wieder anbringen.. Dieses ist ein Mißbrauch, dem 
sich die Capellmeisier aus vollen Kräften wiedersezen 
sollten; weil in der That der theatralische Gesang 
dadurch völlig verdorben wird. Die meisten Arien 
werden izt so gesungen, daß sie den reichen gothk 
schen Gebäuden der mittlern Zeiten gleichen ,s an de: 
neu das Aug nichts glattes.sieht, sondern überall 
durch geschnizte Zierrathen, die alle Theile wie im 
Spinngeweb übergehen, gleichsam gefangen wird. 
 Die Sangmeister sollten es sich zur Pflicht mai 
rhen , ihre Schüler zu überzeugen, daß das wahre 
Verdienst eines Sängers indem richtigen, jeder Ein; 
pßndung angemessenen Vortrag,der vom Tonsezer 
vorgeschriebenen Töne bestehe, und daß sie bei; ver: 
ständigen Zuhbrern, dadurch mehr Ruhm erwerben, 
als durch die künsllichsten Veränderungen. 
In Liedern kann es nothwendig werden, Vereins 
derungen anzubringen; denn es reist sich ofte, daß die 
auf einerlep Töne fallenden Worte in einer Strophe 
etwas tnehrRachdruk und4einen empsindsanternAus; 
druk ersodern,. als in einer anderm, Alsdenn kann 
ein Sänger durch schilliche Veränderungen die Mr; 
lodie, die der Tonsezer für alle Strophen gleich ge; 
ximkhk,ifür jede besonders nach Erfodernis abändern. 
 Jnsirumentisien schweifen insgemein in Vereins 
derungen eben so aus , wie die Sänger. , Mancher 
glaubt, die Kunst des Spiehlens besiehe blos darin, 
 TO Dicke war Musikdsrektor in ZMsUs DIE TUTTI 
von denen hierEdte Reh. til; find tm Seht I599 UUk7k VIII 
Titel: anmuthige Clavierübu;:gen; besiehend in uns 
onus spupivc uuv9cueuu sum, lJcck Das sc. Mc AkVcIsI 
des Tonsezers als einen Text anzusehen habe, über 
dem er eine Zeitlang spiehlen soll. Wir empfehlen 
den Spiehlern das, was der fiirtresIichie Bach in 
seinem Werke von der wahren Art das sClavier zu 
spiehlen über die Veränderungen angemerkt hat,  
wol zu überlegen. TO  CI: In 
Kleine Melodien für Instrumente, als Sarabans III; ZU; 
den, Couranten und andre Tanzstüke, sind zu kurz, tragen 
um ohne Veränderung etlichemal hintereinander ge; Es III 
spiehlt zu n3erden. Daher haben verschiedene be;  
rühmte Tonsezer dergleichen Stute mit manche.rleh 
veränderten Melodien gesezt, die immer auf dieselbe 
Folgen von Harmonien passen. Die besten Vereins 
derungen in dieser Art, die man als Muster anpreii 
sen kann, sind die von Cooperin, und von dem gross 
sen J. Seh. Bach. Eine noch höhere Gattung von 
ganz veränderten Melodien, sind die Sonaten mit 
veränderten Neprisen. He. C. P. Ein. Bach, hat  
deren sechs für Clavier herausgegeben, die er der 
Prinzeßin Ainalia von Preußen dtdicirtshac. Der 
Vorbericht zu diesem Werk enthält einige nüzliche An; 
merkungen über die Kunst zu verändern. 
 Diehbchsie Gattung von Veränderungen ist uns 
streitig die, da bei; jeder Wiederholung andere auf den 
doppelten Contrapunkt beruhende Racbahtnungen und 
,Canons vortontmen,. Von J. Seh. Bach hat man 
in dieser Art eine Arie sür das Clavier mit drehßig 
solcher Veränderungen; und eben dergleichen über 
das Lied, VomsHinrmel hoch, da komm ich her, 
die man für das Höchste der Kunstsansehen kann. 
Bewundrungstvürdig ist dabei; dieses, daß bei; je; 
der Veränderung die erstannlirbeKunst der harmonis 
schen Versezungen fast durchgängig mit einem sd;önen 
und fließenden Gesang verbunden ist. Von eben dies 
sent großen Mann hat man auch. eine gedrukte Fuge 
Alls dem DMvIy die einige zwanzigmal verändert ist, 
wobei; alle Artendes einfachen, zivep; dreps und vier;  
fachen Cvt1tmpunitsin gerann und verkehrter Be: 
tvegung, auch tnancherley Arten des Canons vors  
kommen. In dieser Art verdienen auch die Fugen 
des französischen Tonsezers dIAnglebekt, ingleichen 
verschiedene Arbeiten eines Frobergers, Johann 
Kriegern O, deßgleichen aus den fürtreslichen : : Mo;  
Llll lll z linsolo 
Deo 
terfchsedeuen Ricersarien, prä1udien, Fngen:c. 
angekommen. 
        

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