Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-617662
6o4 K ra K r.a  
jedes Werk sowol im Ganzen, als tin einzeln Thei: der tübrigen2 darin liegenden. Kräfte 7desio sicherer. 
ten Schönheit haben; weil esssonft seines 8weks, überlasnn; Dieses ist der erste und allgemeineste. 
den es in Absicht auf dem Inhalt hat, ganz oder. Rasen dieser Art der Kraft.  Hernach hat das 
zum Theil verfehlt. Ein hoher Grad des Guten  Schöne auch beh sonst gleichgültigen Gegenständen 
kann frehlich die volleWürkung auf uns thun, wenn allemal noch eine Vortheilhafte Würkung, daß es 
ihm gleich das Kleid des Schönen fehlte: aber es überhaupt unsreArt zu empfinden verfeinert. Man 
ist doch dem Zwek der schönen Künste gemäß, daß kann ohne feinen Geschmak ein Liebhaber des Walz: 
auch das Gute mit Schönheit betleidetIwerde. ten und des Guten seyn; aber mit Geschmak ist 
Diese Art der Kraft muß also in allen Theilen der man es lebhafter. Der sonst gute Mensch, der roh 
Werke des Geschmaks liegen, so wie die Vollkom: und ohne Geschncak ist, verdienet unsreHochachtung; 
menhtit in allen Theilen, die sich auf die deutliche. aber er wird weit nützlicher und sur sich selbst auch 
Kenntnis beziehen. Alles lvas gesagt, gezeichnet, gliiklicher, wenn diese gutensEigenschaften mit feig 
gemahlt , oder auf irgend eine Art in den schönen nen Sitten und mit schönem Anstand begleitet sind. 
Künsten dargestellt wird , muß eine Art der Schön: Dieses gehört uustreitig mit zu der menschlichen Voll; 
heit haben, wodurch es wenigstens gefällig wird. kommenheit.  
Also ist die in dem Schönen liegende Kraft die allge: Deswegen sind auch die blos angenehmen Werke 
meineste, die man in den Künsten überall antreffen der schönen Künste, die einen an sich gleichgültigen 
muß. Alles Unangenehme, wodurch wir verleitet, StosT schön bearbeitet darstellen, schon schähbar.X 
würden einem Gegenstand unsre Aufmerksamkeit zu Nur. muß man sie mit den großen Hauptwerken, 
entziehen, muß darin vermieden werden. darin ein auch an sich wichtiger Stoff schön behandelt 
Vorziigliche Schönheit aber, die einen höhern wird, nicht in einen Rang sehen. Ein schöner ges 
Grad des Wolgefallens oder Vergnügens an einem. sellschaftlicher Tanz, ist immer etwas artiges, und 
Gegenstand erweken , müssen die Theile haben, auf es kann seinen guten Rohen haben, wo dergleichen 
die dassWesentliche ankommt.  Und vor allen Ding mit Geschmak verbundene Lustbarkeiten Vorkommen; 
gen muß das Vollkommene und das Gute in ool:s aber man muß ihm nicht die Wichtigkeit eines feheri 
tern Reiz der Schönheit erscheinen, unt dadurch noch lichen mit Musik begleiteten Aufznges behlegen; und 
angenehmer und erwünfchter zu werden. ,Selbst das schönste Blumenstük. eines de sHeem muß nicht 
das Böse, wofür der Künstler uns Abscheu erwe: mit einem shiftorischen Gemählde Raphaels in eine 
ten will, muß sich, dem Aeufserlichen nach, in einer Linie gesetzt werden.   
Gestalt zeigen, die unser Aug anloket, damit wir es Die dritte Art der ästhetischen Kraft liegt .in dein 
lebhaft zu erkennen gezwungen werden. Wenn Guten. In diesen Begriff schließen wir alles ein, 
wir ihm unsre Aufmerksamkeit entzögen, ehe wir es was wir äusserEich, oder innerlich besitzen, in so fern 
ganz erkennt hätten , .so würde der Künstler seines es ein Mittel ist, das uns in den Stand feiger, die 
Zweks verfehlen. Darum muß auch dus Laster Absichten der Natur zu erfüllen, und unsre wahren 
mit den lebhafiesten Farben geschildert werden. Bedürfnisse zu befriedigen; oder alles, was unsre 
Nicht daß ihm seine innere .Häßlichkeit benommen inneres und äusseres Vermögen, der Natur gemäß 
werde; sondern, daß es für die Aufmerksamkeit, die wsirksam zu sehn, befördert. Es läßt sich ohne Weit: 
nöthig ist, les kennen zu lernen, nichts abschreken; läuftigkeit einsehen, daß die wichtigsten Güter des 
des habe. Darum hat Mitten den bösesten Wesen, Menschen aus vorzüglicher Stärke aller Seelen: 
die er uns zum Abscheu schildert, noch die äussere kräfte bestehen ,s was Von aussen dazu kommen muß, 
Schönheit gelassen. Aber dem Laster ein durchaus dienetinur die Anwendung dieser Kräfte zu erleirhs 
keizendes Wesen zu geben, wie mehr als ein Dich; tern Der vollkosnmensie Mensch ist ohne Zweifel 
ter und Mahler gethan hat, heißt wieder den Haupts der Mensch Von den höchsten Gaben des Geistes nnd 
ztVek der schönen Künste handeln. Herzens. Alles was diese Gaben erhöhet, oder 
Die Kraft des iSchönen betvürkt also zuerst ein stärker, mußIals wesentlich gut angesehen werden; 
Wolgefallen ander Vorstellung der Sache, und und was von außen die Würtsamkeit dieser innern 
durch dieses wird schon ein Werk der Kunst in ge: Kräfte befördert, UND eben daVUksh EIN; lVMU Es 
reifsten Sinn interessant, daß wir uns der Würkung gleich sonst gleichgültig wäre.   U 
Jst 
Kra
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.