Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-620236
Pan: 
Pass 
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längst sehr richtig angemerkt, das der leiehtsinnige brauch derer, die sie vorzutragen haben, besonders, 
Geschaute an Parodien , unter anderm auch dieses und allein gesezt ist. Die Partitur wird so gesehen: 
verursaihet habe, MS gCIVklsE, recht sehr gute Scenen ben , daß von unten auf die Linsensysteme in der 
des C0MIUE DIE ZlTMMthe Vorstellung deswegen Ordnung übereinanderfolgen, in welcher sie in dem 
nicht 1UEbk VMMgeU.  allgemeinen Shsieni der Töne stehen. Der Deus; 
DE M gl5ßteThCkI M M13ßigen Menschen nseit lichkeit halber müssen die Stimmen so geschrieben 
mehr zum LM12tl7nn, als zum Ernste geneigt ist, sehn, daß nicht nur ganze Takte, sondern auch die 
so könnten durch Parodien die wichtigsten Gedichte Haupttheile derselben durch alle Stimmen senkelrecht  
und die erhabensien Schriften über wahrhaftig große aufeinandektrefsen. Wenn das Tonstük so gesOWes  
Gegenstände, al1ncäblig so. lächerlich gemacht werden, den ist, so laßt sich dann alles mit einem Bitt übers 
daß die ganze schönen Welt sich derselben schämte. sehen, und ein Kenner kann, ohne es gehört zu has 
Man siehet gegenwärtig auch würklich nicht geringe ben, von seinem Werth urtheilen, welches lieh einem 
Proben Ds1VVUi ausgeschriebenen Stett sehr lnühesam wäre. Bei; 
 Deswegen wollen wir doch nicht alle Parodien der Ausführung des Stüls muß der Capellmeister, 
schlechthin VeklVekfEUs Sie Wild lVeUigskeUs tUkHetn: Concerttneister, oder wer sonst an seiner Stelle der 
mutiggelVilselethi1bevceAUsschsveifungen uvddcs ges Ausführung vorsieht, die Parteien vor sich haben, 
lehMU,PolitischM UUDSVkkksdk8UlHkChSU s1VektkiebeUe11 damit er sogleich jeden Fehler, in welcher Stimme 
Fanatismus, ein gutes Mittel.  Matt kann kaum sas er begangen wird, bemerken, und so viel möglich 
gen, ob es schädlIchetk seh über das Edle Und Große dem weitern Einreißen desselben zuvorkotnmen könne. 
mit einer fantastisdJeU ETUbkIDUUgSkWft hit1aUt5zUs Bloße Liebhaber oder aussührende Virtuosen, die 
schweifen, oder mit einem unbezähmten Leishtsin die Tonsiiile zum Aussühren besizen, müssest sie ausge; 
SChM1kkU M MZß3gUng im LUikiget1 zu übclssehteis schrieben; Tonsezer aber, die sie zum Stndiren brani 
ten. Bruders ist verderblich, wenn es bei; einem chen, in Partitur haben. 
Volk allgemein wird; Dieses ist nur durch die 
strenge Satyre und jenes durch das Löcherliehe zu P a ff a c q i I I e,  
het:nnen. Auch. in der Gelehrsatnkeit und in dem cMusit. Tuns; 
Geschniak giebt es einen pedantischen Fanatisuius, Ein Tonstük zum Tanzen, zu ernsthaft angenehmen, 
gegen den die Parodie ein betvährtes Mittel ist. nnd so genannten halben Charalteren. Der Takt 
Davon.haben wie andern Cl1ekd7muvre d7un Inconnu ist Land das Stier fängt mit dem dritten Viertel an. 
ein Behspiehl. Aber ohne sie zu so guten Absichten Es besteht aus einem Saz von acht Talten, die Be: 
anzuwenden, sie blos zum Lttstigmachen brauchen, tvegnng ist sehr mäßig. Das Stuf wird nach Art 
 ist ein höchstverderblicher Mißbrauch. Zenit Glitt derCl:iaconne so gemacht, daß über dieselben Grund: 
hat derLeichcsin derParodte unsern Parnaß noch nicht harmonien die Melodie Vielfältlg Verändert wird; 
angesiest, obgleich hier und da sich Spuhren dieser es verträgt Roten von jeder Geltung. Man findet 
Pest gezeiget haben. Und da sich die Anzahl grün: auch solche, die mit dem Niederschlag anfangen, 
dlicher Kunstrichter in Deutschland noch immer Ver: und in .lJIändels Saiten ist eine von vieriTakten 
 mehre, so ist zu hoffen, daß sie,sich bei; Zeiten mit in gerade:n Takt. In Frankreich sind die Paßacail: 
dem geh5tkgeU Nachdruk dem Mißbrauch wieder: len in den Opern Qlrntide und Jsse sehr berühmt. 
fezen würden, so bald das Einreißen desselben zu    
befürchten seyn möchte. P a ff a g e n.  
   ,   cMuslt.z 
  il V L I T U c. dVom italiänischen Pulse nnd Passagia: sind Zieh 
cMUslksI rathen der Melodien, da auf seine Shlbe des Ges 
Ein geschriebenes T,onstük, in dem alle dazu gehörige fanget; mehrere Töne hintereinander .folgen, oder 
Stimmen, jede auf ihrem besonderen System, mit eine Hauptnote, die eine Sylbe vokfiellt, durch so: 
Herein Schlüssel bezeichnet, unter einander stehen. genannte Di1ninurion, oder Verkleinerung in mehr. 
Die Particur wird einem ausgeschriebenen Stüket1ti rere verwandelt wird. In beladen FäkIM Aber t11Üss 
8ssMssseiti M welchem jede Stimme, b1D3tuuiGes sen atle Tone der Passage, die Stelle eines einzigen 
Qqct sie I vers
        

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