Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-620155
Oßi 
Ist 
87I 
Königs du reden vom Grabes die Seele des Helden 
   entfchwingt ficht  
Oßiqug Ueber den Geist von Cathmor, dem Freunde 
der Fremden 
 Komme mit Ströhmen die FreudeI csD 
Mit i:oelchetn Glanze leuchtet nicht der erhabene Thus 
kakter des Helden in folgender Stelle. Aldo, einer 
seiner Vasctllen ward mißvergnügt nnd gieng zu 
, Fergthonn König von Sora in Scandinavien über, 
der Fingals osenbarer Feind war. Dort verliebt er 
sich in die Königin, entführt sie, kon:mtXwieder 
nach Hause, nnd erkühnet sich bei; Fingal gegen die 
ihm nachsezenden Scandinavier, die nun Fingals Ge; 
bieth anfallen, SchUz zu suchen. Dieser empfängt 
ihn mit folgender Rede:  
Aidiol du ls:hwülsiigee Herz is 
 Ich sollte dich fcbüzen vor Some gekränktem 
Zürnenden .Herrsiher7  Wer wird mein Volk in seit 
 neu Gcwdlhen 
Künstig empfangen P Wer laden zum wirthiiehen Mahle2 
O Nun Aido, 
2lldoi die niedrige Seele den Schimmer von Sora ges 
raubt hat2 is  
Suche dein hügliehtes Heimat, unmärhtige Rechtes 
  Dort mögen 
Deine Grotten dich bergeni Du dringst uns die treue 
 kige Noth auf 
Wieder den düfien gSegether vonVSora zu kän1pseni 
  rcnmorHC J 
 Hs;rrlicher Schattens wenn kommt das lezte von Fim 
MS UND Hals Geseclnen2 
MVaM. Mitten in Schlachten erbiikt ich den Tag, nnd wandle 
 zu meinem 
Grabe nur blutige Steige ; Doch nietnai bedrükte den 
Schwachen 
 Dieser mein Arm. War jemand gewehrlos, dem 
schonte mein Eisen.  
 Morden, Moment die Stürme, die meine Gewölbe 
 bedränen,   
Schweben vor mirs wenn einstens in Treffen mein 
 Stummen dahin ist. 
Keiner in Selma mehr wohnt; denn werden die Feigcn 
W Its M hier walten. TO  
ZjPIsZs;, Solche Menschlichkeit nnd an einem solchen Heldeni 
Auf eine höchst rührende Weise zeiget er diese hohe 
Gemüthsart, da er ist seinen Enkel Osear, Oßians 
Sohn, der eben die ersten Proben seiner Tapferkeit 
abgelegt hatte, zum Stand der Helden gleichsam 
entweihet. Wer kann folgendes ohne Bewundrung 
und Rührung lesen: 
Zierde der JugendI o Sohn von meinem Sohnes gis 
Den Glis von deinem Stahl den sah ich, und freute 
X O mich meiner Erzeugten. DE folge 
Folge dem Ruhme der Väter, nnd was sie gewesen das 
  werdet  
  O beuge bewaffnete Stolze,  
,Jüngllngi und schone des schwächeren Artus. BegTgM 
den Feinden 
Deinen Volkes wie reißende Ströhme; both siehet um 
 Rettung  
Jemand zu dir, dem seh du wie Pflanzen utnfchmeis 
chelnde Lüftchen. 
Also war Trentnor und Trarhal gesinnt, so deutet auch 
Fingal.  
Jeden Gekränkten beschüzte mein Arm , und hinter 
dem Blize 
Meiner Stahleo war immer den Schwachen Erholung 
x  bereitet. O M Fingal 
Ich könnte leicht noch hundert rührende Züge, die MAY. 
diesen großen Charakter bezeichnen, anführen. Oßian 
hat seinen erhabenen Vater in wenig Worten ges 
schildert:  
is Du gleichen im Frieden 
FrühlingSlüstehen, im Kriege den Strbhmen vom 
Berge. O  O Tetnsi 
Weniger groß, aber doch noch bis4nah ans Erha: MVBi 
beste tapfer undiedelgesinnet sind die meisten Von 
Oßians Helden, so wol von seiner, als von feindlii  
schen Nationen Celtischen Stan1mens. Und beh 
dieser allgemeinen Ilebereinsiinnnung treffen wir doch 
eine höchst angenehme Mannigfaltigkeit sehr wol ge: 
gen einander absiechender Charaktere. So wenig 
Grund hat es , daß vollkommene Charaktere sich 
nicht für die Epvpöe stinken, W daß wir bei; OßiancsJS.Eba: 
wenig andere antreffen, und doch wird man vonWZa3 Si 
Schönheit zu Schönheit, von einer lebhaften Emi O  
pfindung zur andern immer fortgerissen. Bei; Lesung  
seiner GpdisHkE Enden wir uns in ein Paradies vers 
fest, so wie wir in der Jlias uns in besiändigem Sei 
tümmel derhi3igften und kühnesien Männer befinden. 
Bescheidenheit, bcp der höchsten Ruhmbegierde, 
UND S0UfkMUth bey der größten Tapferkeit, Billig; 
Ppp pp J O seit 
TO Nämlich Oßtan soll den Cathcnor gleich nach seinem 
TM Wogen, weil nach dem Aberglauben selbiger Zeit, 
ein solcher Gesang des verstorbenen Seele gleich zum fees 
llgen Glis der Helden vergangener Zelt empor hehre.
        

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