Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
von K bis Z
Person:
Sulzer, Johann Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-616996
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-617357
Kett 
Kett 
s7I 
die aus der Manier den Meister erkennen; di; die Es scheinet natüklich.und vernünftig, daß der 
ganze GesrhiOhtE bOkkIhmter Werke besitzen; die Künstler in jeder Absicht der beste Richter über die 
von den mechanischen Regeln der Kunst, mit den Werke der Kunst seh; und doch leidet dieses eint 
eigentlithM K1mstwörtern und Redensarten zu sptes beträchtliche Einschränkung. Wer viel mit Künstlern  
then wissen. Aber alles dieses gehört noch niiht umgegangen ist, wird ohne Zweifel bemerkt haben, 
zu dem Wesentlichen derWissensthaft, die ein Kenner daß sie sehr selten von gewissen Vorurtheilen free 
besizen muß. Die wahre Kenntnis gründet sieh sind, die sie zu parthehischen Nichtern machen. 
aufrichtige Begriffe von dem Wesen und der Absicht Was webt: von den Mahlern beobachtet hat, kann 
der Künste überhaupt; aus diesen urtheilet der auch von andern Künstlern angemerkt werden.  
Kenner Von dem Werth der Erfindung des Kunst: ,,Selten, sagt er, hab ich einen Künstler angetrofs 
werks; bestimmt, in welchem Grad es schäzbar fen, der nicht ein heimlirher Bewundrer irgend einer 
und brauchbar seh, und ob es sich für die Zeit und besondern Schule gewesen, oder sich nicht an irgend 
den Ort schiket; er sieht kein Werk, als einen Eies eine besondere Manier gebunden hätte, die ihm vors 
genstand der Liebhabereh, sondern als ein zu einem züglich gefallen. Seiten gelangen sie , so wie Liebs 
gewissen Zwek bestimmtes Werk an, und beurtheilet habet und Kenner, zu einer von allem Handwerks, 
daher in wiefern es seine Würkung thun könne, gebrauch befrehten und von Voruttheil gereinigten 
oder müsse. Er kennet den Geschmak verschiede: Betrachtung, des natürlich Schönen. Denn ziei 
net Zeiten und Völker, die verschiedenen Grade hen auch die Schwierigkeiten, die sie in der Aus; 
seines Wathsthums, und unterscheidet genau, was übung der Kunst finden , sie ganz in die Mechanik 
.darin den allgemeinen natürlichen Empfindungen, herab, dazu gleicher Zeit die Eigenliebe und etwas 
und was den vorübergehenden Sitten, und dem Ver: Eitelkeit sie verleiten, die Pinselstriihe, die ihrer 
önderlichen in der Denkungsart zuzuschreiben ist. Manier am nächsten kommen, vorzüglich zu Y,srhäs 
Darum muß er ein Kenner der Menschen und der hen..pckh Es gehörtso sehr viel dazu es inAusübung csdWcbbs 
Sitten sehn. Sein eigener Geschnarr ist sicher und der Kunst zu einer gewissen Vollkommenheit zu bring  
überlegt; darum fühlt er die so mannigfaltigen Arg gen, daß fast das ganze Nachdenken des Künstlers zarter et 
ten und Stufen des Schönen, und beurtheilet nicht dahin gezogen wird: hat er denn nicht ein sonderbar Z;JIUJfJ 
alles nach einer einzigen Form; nennt das minder glüktiches und etwas weit reichendes Genie, so biet: am Ende. 
Schöne nicht häßlich, und vertvirft ein Werk, das hen ihm nicht Kräfte genug übrig, das außer der 
seiner Bestimmung nach die erste rohe Gestalt des Kunst liegende, oder Von der Kunst unabhängiiche  
Schönen haben muß, deswegen nicht, weil es die Schöne, so wie der Kenner es thut, zu betrachten. 
feinen SC.hSUhEkkM Wes für Liebhaber einer höhern Wie nun jeder Mensch in Veurtheilung der Dinge 
Art verfertigten Werks nicht hat. Die Fehler ge: zuerst auf das fällt, was ihm am geläusigsten ist, 
ges Ists Mechanische der Kunst erkennet et für Un: so fällt auch die Aufmerksamkeit des Künstlers in 
oollkommenheiten, hält sie aber gegen die höhern Beurtheilnng der Kunstwerke, zuerst auf das, was 
Vollkommenheiten der Kraft des Werks, nicht für blos Kunst ist; und gar ofte bleibt er nicht nur da; 
üheriviegend. Er hält nie dafür, daß die genaue beh stehen, sondern richtet auch wol seine Beurtheis 
Befolgung aller mechanischen Regeln, ein gutes lang blos auf einen einzeln Theil. der Kunst. Man 
Werk machen könne; weil er in jedem Werk zuerst sieht also Mahler , die den Werth eines Gemähldes 
auf den Geist und die Kraft der Gedanken hehr. blos aus dem Eolorit, andre die es nur aus der 
Seine Urtheile über Kunstwerke sind allemal be: Zeichnung beurtheilen; Tonseher, die ihr Ohr allein 
stimmt; weil er nicht in allgemeinen Ausdrüken lobt der Empfindung der Harmonie schärfen; andre die 
oder tadelt, sondern immer die besonderesArt des blos auf den schönen Gesang sehen. Daher kommt 
VollkommenenundUnVoltkomtnenen,zu nennen weis. es endlich auch, daß einige Dichter, jedes Ges 
Hier entstehen die Fragen, in wiefern der Künste dicht erheben, das wolklingend ist, andre das, was 
let, der Kenner und der Liebhaber von.den Werken wilzig ist.  
derKunsi urtheilen können, und wer überhaupt, über Dieses sind wahrhafte und aus der Erfahrung 
den .Werth eines Werks der Kunst der beste Ruh: genommene Beobachtungen, die offenbar beweisen, 
sM fees  J   daß nicht jeder gute Künstler ein guter Richter über  
Tier Z den
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.