Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller d. Ä.
Person:
Gensel, Julius Preller <der Ältere>, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-608062
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-608455
Zum Glück kam sein Freund am dritten Morgen von seiner Reise zurück und brachte 
Hilfe, ohne die er wohl kaum den Tag überlebt hätte. Preller hat in jenen Jahren 
noch öfters in Lebensgesahr geschwebt  so rutschte er einmal, das Messer zum Bleis 
stiftspiHen in der Hand, von einem Felsen ab, ein andermal verschluckte er eine Nadel. 
Aber jenes Erlebnis hatte sich ihm am tiefsten eingeprägt; und war er schon nach 
seiner Anlage von jeher allem scheinhei1igen Wesen feind gewesen, so war er jeHt fiir 
sein ganzes Leben gegen derartige Einflüsse gefeit. 
Preller hatte, sobald er wieder reisefähig war, Loveno verlassen und war nach 
Mailand gegangen. Im September kehrt er mit Kaiser in die Villa Pensa zurück, 
wo man inzwischen besser für die Verpflegung gesorgt hat. Fleißig arbeiten sie zu: 
sammen; erst die Vesperstunde, wenn die Glocken tönen, die Herden heimziehen und 
die Berge über den Wolken im Abendrot erglühen, ist dem gemeinsamen Gedenken in 
Palatin. 
Studie in Vleistift, Sepia und Tasche, April 1829. 
cZu Seite 35 U, 
die Ferne gewidmet  auch Kaiser hat eine Braut in München zurückgelassen ss, und 
sie singen zur Laute deutsche Lieder. Im Winter wollen sie dann Bilder malen und 
bei deren Übersendung den Großherzog um die Erlaubnis bitten, nach Rom zu 
ziehen. 
Erst im November kehren sie zu Fuße nach Mailand zurück. Auf der Post in 
Como aber empfängt Preller die Trauerbotschaft, daß Vater Erichsen auf der Heimreise 
in Vlissingen schwer erkrankt und gestorben ist. Tröstend verweist er die Braut an 
seine Eltern, denen er das süße Geheimnis anvertraut hat und die dem Schwieger: 
töchterchen sofort ihre volle Liebe entgegenbringen. Um dieselbe Zeit ist sein Freund 
Heidelosf, den er noch auf der Reise nach Weimar in Frankfurt getroffen hatte, in Paris 
vom Tod ereilt worden. Die Nachricht, die er erst nach Monaten erhält, erschüttert 
ihn tief; ,,er war mir alles,tt schreibt er der Braut, ,,er war der treueste und bravste 
Mensch    Du mußt und wirst mir alles erseßen.tt Mit demselben Briefe schickt 
er ihr sein Bildnis  vielleicht eine verkleinerte Wiederholung des hier CAbb. 8J
        

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