Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts nach gleichzeitigen Originalen
Person:
Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-602549
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-602847
den Namen Krebs für alle läJarnische, welche solches ,,Geschiebett hatten. In Polen waren ähnliche tzelme 
im allgemeinen Gebrauch, jedoch waren daselbst an beiden Seiten Flügel von Eisenblech angenietet. 
August der Starke, König von Polen, hatte daher aus Vorliebe eine Truppe in Dresden mit solchen polmschen 
K:elmen versehen.  
Was den 1äzandschuh betrifft, so ist er ungeachtet seiner späten Entstehung sehr stark und schwer in 
Eisen, zeigt eine zierliche Bearbeitung, hat noch im Innern das ursprüngliche Leder und am Rande den 
sogenannten Vorstofz von blauem Sammet mit Silberfassung. 
Tafel 
Darstellungen aus dem bürgerlichen Leben, aus der ersten Hälfte des XVIl. Jahrhunderts. 
Die obere Darstellung mit 5iguren, im Original 0,1Z hoch, auf der Vorderseite der Zunfttruhe der s. g. 
,,2lnstechertt in Traunstein, mit der Jahrzahl 1611; sie zeigt einen Küfer, welcher mit einem Heber das 5asz 
ansticht, dabei ein junger Mann, wohl Magistratsperson, der über die Qualität des Weines das Protokoll 
führt und zwei Männer, wohl die Besitzer der Weinfässer, welche mit dem Resultat höchst unzufrieden 
scheinen. Diese Figuren geben eine Probe von der bürgerlichen Tracht im 2lllgemeinen, wie insbesondere der 
des Städtchens Traunstein. 
Die unteren zwei Darstellungen befinden sich als Malerei auf den Thüren des Erdgeschosses eines 
Puppenhauses von beträchtlicher Größe in dem Germanifchen Museum zu Nürnberg. 
Solche Puppenhäuser waren besonders in den Reichsstädten 2lugsburg und Nürnberg in hohem 
Grade beliebt und dienten nicht nur zur Unterhaltung der Kinder, sondern auch zur Belehrung. Es erscheinen 
in denselben nicht nur alle Gemächer mit den nöthigen Einrichtungen, sondern auch die Bewohner des Hauses 
als Puppen in ihren verschiedenen, aufs Sorgfältigste ausgeführten Standestrachten. Auf der Uufzenseite 
des Erdgeschosses dieses Hauses sind die zwei hier dargestellten Thüren O,ZO hoch; die eine führt in die 
Badestube, die andere in das Gemach, in welchem Kleider, Stiefel Fee gereinigt werden. Beide Thüren sind 
bemalt; auf der ersten sieht man die Bademagd mit einem kleinen Knaben an der Hand, welchen sie in das 
Bad führt; beide tragen von Stroh geflochtene Kopfbedeckungen, die damals gebräuchlichen, sogenannten 
Badehütchen. Auf der anderen Thüre erscheint der Hausknecht, der mit einem Schwamm einen Stiefel 
reinigt; der luxuriöse Anzug des .Dieners ist in damaliger Zeit keine Seltenheit. 
Es war vorzüglich vom XV. bis in das XVII. Jahrhundert eine beliebte Sitte, auf die Thüren 
5iguren zu malen, welche den Zweck des betreffenden Gemaches anzeigten, so z. B. auf die Küchenthiire 
einen Koch oder eine Köchin, auf die Thüre der Speisekammer die Hausfrau u. s. w. 
Tafel 
Grabdenlimal des Wolfgang Christoph von 9Ieoprechting auf Stainberg T 16z7 mit dessen lebcns: 
großem Bildnisse, Basrelies, in rothem Marmor. Es befindet sich nicht mehr an seinem ursprünglichen 
Platze, sondern ist jetzt in die Mauer eines Hauses an der 2lllee in Regensburg eingesetzt. Die Inschrift lautet: 
,,2lnno 16Z7 den 12 November Starb der Woll. Edel gebotene und Gestrenge Herr Wolfgang 
,,Christoph von. Leoprechting auf Stainberg, dero Römischen Khahsel. Mahe: u. Churfre. Durc: 
,,in Bahrn Bestellter Commandierenter Obrister Leitnant hber zwah Conpagnie zu Roß und Fuss 
 Com1nandant der Vesstung RodtenPerg. Zu Ewiger gedechtnusz demc Gott genedig sein 
,,wolle. 2lmen.tt 
LeoPrechting erscheint hier in der Wafsentracht eines Reiters dieser Periode. Worin sich das Wesen 
des hier erscheinenden Kzarnisches von jener Gattung der Rüstungen, welche bis zum Schlusse des XVI. Jahr: 
hunderts im Gebrauch waren, unterscheidet, zeigen wir an folgenden Beispielen; es sei nur erwähnt, daß 
hier die Reiterstiesel über den unteren Theil der Knieschienen gezogen sind, was nur ausnahmsweise erscheint, 
während in der Regel der 2luslauf der Knieschienen über die Stiefel geschnallt wurde. Eine Eisenbehleidung 
des unteren Theiles der Beine, wie der Süße war um diese Zeit nicht mehr im Gebrauche. Zu Füßen dieses 
Iäzeerführers erscheint hier der Gitter: oder sogenannte adelige Turnierheln1, welcher zur Zeit dieses Leoprechting 
längst nicht mehr in 2lnwendung kam, sondern wie hier nur in der Heraldik als Zeichen des 2ldels beibehalten 
wurde. Oben in der Ecke heraldisch rechts erscheinen die Wappen der iLeoprechting, in den drei anderen 
Ecken jene der nächsten Verwandten. 
Tafel 
Pz0lIändifche und niederrheinische .5rauentracht aus der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts. Als 
besonders charakteristisch für die hollcindische und niederrheinische 5rauentracht geben wir hier den eigen: 
thümlichen K0pfpuiz nach zwei in seltener Weise noch erhaltenen Originalexemplaren in dem grofzh. Museum 
zu Darmftadt, der eine unter A im Profit und unter B von oben und der andere etwas gr6fzere unter C im 
H.
        

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