Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts nach gleichzeitigen Originalen
Person:
Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-602549
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-602824
Tafel 
Jacob von pallingen T 162Z, nach seinem lebensgroßen, in Oel gemalten Bildnisse, im Besitze des 
2llterthumvereins zu München. 
Pallingen erscheint hier in der Tracht eines Vornehmen dieser Periode mit goldener Kette und blauer 
E5chcirpe; sein kurzer Keller von hellgelbem Leder ist durchaus aufs Zierlichste mit weißen, rothen und 
schwarzen Lineamenten gestickt. Er zeigt mit dem 5inger auf einer Uhr seine Sterbestunde an. 
Auf dem Grund des Bildes befindet sich sein Wappen und eine Inschrift, welche ausreichenden 
2lufschlufz über die Persönlichkeit dieses hochgestellten Mannes gibt; sie lautet: 
,,Donnerstag den Z Dezember 2lnno 162;5 vmb 4 Uhr gegen dem tag ist in Christo den Herrn 
,,seelliglich entschlaffen der Edl vnd gestrenge Herr Jacob von pallingen auf thierlsiain zu Trauben: 
,,bach et. c. der Churfitlh: dhrl: im Bayren et: c: hoffcammer Raht: Zu J1lünche am Waldt, 
,,Kriegs vnd Subdellegiete Comissariu5 zu amberg auch landrichter und pfleger zu 1leuburg vorm 
,,Wald. et. c  Deme vnd allen Christglübigen seellen der allmechtige Barmhertzige g0tt ein fröhliche 
,,aufferstehung Verleiehen 1vohle. 2lmenH. 
Tafel 
Schwert des Kurfiirsten 11Iaximilian von Bayern, aus der ersten Hälfte des XV1I. Jahrhunderts; 
es stammt aus der alten herzoglich bairifchen Waffenfammlung und ist jetzt im bairischen 1Iationalmuseum, 
woselbst sich außer diesem Kriegsfchwert von demselben Kurfursten noch zwei Galadegen, welche in gleichem 
Geschmacke ornamentirt sind, befinden. Die Grnamente des Griffes, wie jene auf den Scheiben, Beschlägen 
des hier dargestellten Schwertes sind erhaben in Eisen gefchnitten und ciselirt, deren vertiefter Grund mit 
Gold ausgeschlagen ist; auffallend ist die Klinge von seltener Breite, deren Länge, welche hier nicht vollständig 
sichtbar ist, 0,91 beträgt. 2luf dem unteren Theil dieser Klinge ist das Bildnifz 11Taximilians eingeschlagen; 
aus der Umschrift dieses Bildes, die nur den KzerzogssTitel aufführt, ist zu ersehen, dasz das Schwert vor 
dem Jahre 162Z angefertigt wurde, in welchem mit der KursWürde die Belehnung Maximilians erfolgte. 
Der Griff, von nicht sehr gewöhnlicher 2lrt, hat an der einen Seite eine vorfpringende Schale zum Schutze 
der band, von welcher aus ein Bügel bis zu dem Knopfe läuft; an der anderen Seite befindet sich ein Ring 
zum Einlegen des Daumens, wodurch die Kraft des lä:iebes verstärkt wird. 
A zeigt den Knopf von oben gesehen, B das Ornament aus der Schale, welches in der perfpektivischen 
Totalansicht nicht vollständig zu sehen ist; C den Obertheil der Scheide mit dem Backen zum Cinhängen, 
D den unteren Befchlag der Scheide. 
Dieses Schwert hat der Verfasser bereits im Jahre 1864 in dem wenig verbreiteten Werke ,,2llters 
thümer des bairisd7en Kzerrfcherhauses von Freiherr von 2lretinH in Originalgrösze abgebildet und gibt es des 
historischen Interesses wegen hier nach beigefügtem, etwas verhleinertem Maafzstabe wieder. 
Tafel 
Bildnisz eines jungen Mannes, Oelgemcilde auf Kupfer, s. Z. im Besilze des Buchhcindlers Bonitas 
Bauer in Würzburg. 
Ueber die hier dargestel1te Persönlichkeit können wir nur das Wenige sagen, was auf dem hinter: 
grund des Bildes geschrieben steht, nämlich, dasz es einen jungen Mann von zwanzig Jahren darstellt, welcher 
um das Jahr l626 in Thon gemalt wurde. Wir dürfen demnach und besonders nach seinem prachtvollen, 
sorgfältig ausgeführten Kostüm sagen, dasz es einen jungen, französischen Kavalier darstellt. Jacke und 
Beinkleider bestehen aus violetter Seide, erstere ist an allen Säumen mit zierlich aufgencihten Bändern aus rother, 
gelber und grüner Seide besetzt. Die Schoße der Jacke sind durch Bänder in gleicher Farbe angenestelt, deren 
Enden mit G0ldspitzen gefaßt sind; an den engen 2lermeln, wie an den Beinlileidern sitzen kleine Knoten mit 
Quasten von gleicher Farbe, die Schütze im Obertheil der Jacke sind mit weißem Stoff unterlegt; das Bandelier, 
an welchem der Degen hängt, zeigt erhabene Goldstickerei. 
Des genaueren Verständnisses wegen geben wir Proben der farbigen Saume, Schleifen und Qucistchen 
unter A, B, C, D in größerem 1Tlaaszstabe. 
Tafel 
Andreas von Limberg, nach seinem lebensgroßen, in Oel gemalten Bildniffe 
der Kunstfammlung des Freiherrn von Craimberg auf dem Schlosse zu kZeidelberg. 
v. Fzefners2llteneck, Trad7te1c, Kunstwerke Fee. X. 
VOM 
Jahre 
Z 
16z2,
        

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