Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Trachten, Kunstwerke und Geräthschaften vom frühen Mittelalter bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts nach gleichzeitigen Originalen
Person:
Hefner-Alteneck, Jakob Heinrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-602527
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-4014511
Beide gehören zu jener Gattung von Gla5gemcilden, welche die 5enster bürgerlicher wie adeliger Wohnungen 
zierten, wie wir sie bereits auf Tafel 546 näher beschrieben haben. Auch bei diesen besteht das Wesentliche der 
Malerei aus Braun in Braun, stellenweise mit gelben Tönen, nur mit dein Unterschiede, daß hier die gelbe Farbe 
in Abstufung stärker und schwcicher, und dabei noch eine matte, röthliche 5arbe in Anwendung gebracht ist. 
Tafel 
Die Haupttheile eines deutschen Stechzeuges ans der Mitte des XVI. Jahrhunderts in dem Musee 
Portalc zu Brüssel von vorn und von der rechten Seite dargestellt. Sie zeigen den deutschen Stechhelm mit 
seiner Befestigung auf dem Brustharnisch. Wir haben über Art und Gebrauch des deutschen Stechhelms 
bereits 1Tciheres bei Tafel 51Z mitgetheilt. Der gewolbte Brustharnisch zeigt an der rechten Seite eine Fläche, 
auf welche der doppelte, schwere Lanzenhacken angeschraubt ist; vorn an demselben wurde der lange, schwere 
Lanzenschaft von oben nach unten, und hinten von unten nach oben eingelegt, so dasz man im Stande war, 
die .Balance zu erhalten. Die übrigen dazu gehörigen Theile für Schutz der Arme und Bande, wie di 
Turnierschilde CTartschenJ, haben wir bereits in mehreren Beispielen gegeben. Zur näheren Erklärung über 
Anwendung dieser Rüstungstheile fügen wir unten die Darstellung eines Turniers bei; dasselbe ist verkleinert 
entnommen dem Werke über die l7Dochzeitsfeierlichkeiten des läserzogs Wilhelm V. von Bayern mit Renata 
von Lothringen von Heinrich Wirst. 
Tafel 
Turnier aus der Mitte des XVl. Jahrhunderts, nach dem L5latte eines Turnierbuohes, im L5esitze des 
Verfassers. In halber Originalgröße dargestellt. Es ist ein sogenanntes deutsches ,,RennenH oder ,,GestechU, 
wobei der deutsche Stechhelm erscheint; dasselbe ist jedoch nicht mit dem eigentlicI2en Turnier zu verwechseln, 
welches mit dem Schwert oder 1iolben und dem offenen Turnierhelm mit weit vorspringenden Spangen, 
durch welche man das Gesicht sehen konnte, gehalten wurde. Dieses deutsche Gestech wurde sowohl mit der 
dreifachen Lcanzenspitze CRennen im KrönlingJ, wie mit einfacher Spitze zum Scharfrennen Mc. gebraucht. 
CWir verweisen auf das schon bei den Tafeln 517 und 549 Gesagte.J 
Der Reiter zur heraldisch Rechten ist im Originale iiberschrieben: ,,Pangra1z ZollnerH, jener zur 
Linken ,,Seb0lt Geiger.t 
Der Kaiser Maxin1ilian I. benennt selbst diese Art von Turnieren in verschiedener Weise, unter 2lnderem 
,,Das löblich gemain Teutsch gestech das sy fallenn iniissei1n.HsJ 
Tafel 
5rauentracht aus der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Dame A, einem Gemalde der nieder: 
deutschen Schule entnommen, in welchem dieselbe als hl. Magdalena erscheint, zu welcher Darstellung der 
Künstler nach damals iiblicher Weise eine Frau seiner Periode als Vorbild wählte. Dieses im Privatbesiiz 
befindliche Gemalde war im Jahre 1840 im Stcidelischen Kunstinstitut zu Frankfurt am Main ausgestellt. 
Wir fügen dieser Darstellung noch zwei 5rauensBildnisse in Berücksichtigung des K0pfputzes unter 
B und C bei. Sie sind dem figurenreichen Genialde von Barth0l0mcius Beham ,,die Kreuzauffindung der 
hl. KzelenaU entnommen, in welchem diese Frauen unter den LZuschauern erscheinen; dieses Gemcilde befindet 
sieh in der K. Pina1siotheli zu 11Iünchen. Die Frau A trägt den hegelförmigen burgundischen K0pfpu1z der 
einfacheren Art, welcher durch 11Targaretha von Burgund Ausnahme in Deutschland fand. 
B eine 0riginelle 2lrt des Kopfputzes, welcher, wenn auch selten, in Deutschland erschien. 
Tafel 
Wilhelm Graf zu Sürstenberg is 15349, nach einem leben5gr0szen Oclge11nilde, welches sich zu kZeiligen: 
berg  unweit des B0densee5  in dem höchst prachtvollen und durch FzOlzsI:ulpturen des XVl. Jahrhunderts 
sehr merkwürdigen 2lhnensaale auf dem Schlosse des Fürsten Karl Egon von 5i7trstenberg befindet. 
WjIhe1m Graf zu 5ürstenberg, Sohn des Grafen Wolfgang zu 5ürstenberg und der Gräfjn Elisabeth, 
gebotnen Gräfjn zu E0l,m5, wurde am Z. Januar 149Z geboren und vermählte sich 1506 mit Beim, Grafin 
zu 1Teufchätel. Im Jahre 1510 wurde er Landgraf in der Ottenau und erhielt 1s315 unter Kaiser JTIaxin1ilian I. 
die Stelle eines .SeldhauptmannS. In den französischsitalienischen  zwischen Kaiser Karl V. 
Frankfurt 
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Weimar
        

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