Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Künstlerwappen
Person:
Warnecke, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-592404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-592848
Wie et sie mittheilt, begründet sein könne, da der Ursprung offenbm; über 
die Zeit der Junkherren von Prag hinau5reicf2t1J. Er sckzliefzt dann .mit 
den Worten:  
 ,,1Tichts destoweniger aber mag dennoch der von LLazius mitgetheilten 
Sage irgend ein historisches Ereigniß zu Grunde liegen. Als ausgezeichnete 
.Maler mögen die Jungherren von Prag, gleichwie andere .ITiünstler dieses 
5aches, gar wohl das J1Talerzunftwappen vorzugsweise vor. ihrem ans 
gestammten adeligen Wappen geführt und hierdurch einerseits zu dem in 
der Sage berührten Streite mit den Herren von Rappoltstein Anlaß ges 
geben und andererseits auch viel. dazu beigetragen haben, dieses ,ITkünstlers 
iwappen immer mehr in Aufnahme zu bringen. Auf diese Weise ließe 
sich vielleicht obige Sage ganz natürlich auf die reine historische Wahrheit 
zurückführen.U 
Eine in der Leipziger Jllustrirten Zeitung vom Jahre 18752J ers 
schienene 2lbhandlung über das ,kFcünstlerivappen eignet sich die Uns 
schauung des verdienten 2lrchivars Schneegans vollkommen an und mit 
einer Kühnheit, die als warnendes Beispiel dienen kann, macht der 
ungenannte Verfasser aus der Vermutbung Schneegans7 ein f6rmliches 
diplomatisches Regest. Er. sagt:  Bekanntlich waren im 111ittelalter 
Wappenstreitigkeiten sehr häufig wegen der an den Besitz bestimmter 
Wappen geknüpften staats: und privatrechtlichen Folgen sowie überhaupt 
wegen des selbstverstcindlichen 2lusschliefzungsrechts fremden J1Titgebrauchs 
aus Eigenthumsgefühl an fremden Wappen und aus Samilienstolz; und 
solche Wappenstreitigkeiten kamen öfters zur unmittelbaren kaiserlichen 
Entscheidung. So ergab sich auch einstmals ein harter Conflict zwischen 
der deutschen ,fäünstlerschast und den Reichsgrafen von Rappoltstein über 
den Gebrauch dieses beiden Theilen schon im frühen Mittelalter gemeins 
samen Wappens. Er spielte und gelangte zur Entscheidung in der alten 
deutschen Reichsstadt Straßburg, wo damals an der Spitze der gesammten 
.läünstlerschaft die beiden aus Prag, aus 2lrlers Schule dorthin berufenen 
Brüder Johann und Wenzel Junckher als Dombaumeister standen, die sog 
genannten ,,Juncker von PragU. Gegen sie richtete sich 2lngrisf und Vers 
höhnung der Rappoltsteiner wegen Gebrauchs des gleichen Wappens wie das 
ihrige als Künstlerwappen bei 2lusfertigungen und Schreiben für dieKünstlers 
schaft. Jm Jahre 1414 weilte Kaiser Sigismund vom Z. bis 14. Juli. in 
Straßburg, und dort kam der Streit zur Entscheidung durch den Kaiser selbst, 
der noch vor seiner Abreise zu IZänden der beiden Juncker, ,,die er um ihres 
eigenen alten Geschlechtsadels wie um ihrer hohen Meisterschaft willen 
gleich sehr schcitzteU, für die ,ITiünftlerschaft entschied und derselben die Bes 
fugnisz zu Gebrauch und Führung desselben.Wappens, welches die Reichsk 
U Ueber diese Sage mag auch die 2lbhandlung des Grafen Hugo von Walderdorff 
in den Verhandlungen de5 historischen Vereins von Obexpfalz und Regen5burg, Band 28 
C1872J Seite 163 ff. verglichen worden. Graf Walderdorff heilt es für möglich, daß die 
Sage einen gefchichilichen Kern habe, indeß habe es sich bei dem Streite nicht um das 
Wappen, sondern Inn den Namen Junker gehandelt.  
Januar.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.