Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Münchener Kunst im neunzehnten Jahrhundert
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-585796
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-590360
Überschaut man nun die ganze so reiche Produktion des Meisters, so muß 
man sich sofort gestehen, daß bei aller Einseitigkeit derselben doch kein heutiger Künstler 
das moderne Bewußtsein so scharf ausspricht, als er. Schildert er auch immer nur 
das Sein, nie das Geschehen, so thut er das doch in so vollendeten und durchaus 
eigenartigen, lediglich dem unablässigsten Naturstudium abgerungenen Formen, daß 
dies allein schon ausreichen würde, seinen Werken die Dauer zu sichern. 
War Makart nun ein in Deutschland fast vereinzelter Darsteller der Schönheit 
an sich, welcher weder ans Gemüt, noch an den Glauben oder an den Humor, son: 
dern lediglich ans Auge ap: 
pelliert und daher der Pracht               z  
nnd dem Sinnenreiz in allen              
Weltteile11 11nd Zeitaltern           Ah ei ;  
nachtmchtete, so fand er jetzt   W    :  ,  
seinen direktestcn Gegensatz.      
in einem jahrelang dicht    V ;1k7  is 
fregger Cgeb. in Dölsach im  If     
Pustekthql, 30.Apri1 1835s       
beschränkte sich, als echter        
Tiroler Banernsohn, ganz .J      s:  H  
tapferen Männer nnd schönen T  J 
Heiligen. Er griff ebenso:  E    7  
wenig in die Vergangenheit    
als in die Ferne, die Heimat        
war ihm alles, sie umschloß 
seine ideale Welt nicht we:   
niger als die wirkliche.  i    
Dieser weisen Selbstbeschräni ; 
knng verdankte er aber eine H;   
tiefe, zum Herzen gehende   
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sie bisher noch von keinem Bauernmaler erreicht worden war, so daß ihre Wirkung 
sich bald überall Bahn brach, einen keineswegs kleineren, wenn auch anderen Gesell: 
schasts:Schichten angehörigen Kreis von Bewunderern in der ganzen Welt fand, als 
die mit allem bezaubernden Sinnenreiz geschmückten Werke Makarts. 
Als der einzige Sohn eines wohlhabenden Bauern auf einsamem Hofe ge: 
boren, hatte sich der bildende Trieb schon in der Kindheit bei ihm gezeigt und sein 
angebornes technisches Geschick ihm sogar bald einen gewissen Ruf verschafft, wenn 
er wie Giotto, beim Viehhüten mit Kohle an die Felswände zeichnete, odersaus, 
Brotteig Figuren formte. In herrlicher Natur, selber als vollendet schönes Menschen:
        

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