Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Peterskirche in Wort und Bild
Person:
Kleinpaul, Rudolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-584056
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-584839
thürme aufgeführt werden sollten, stehen zwei Reiterstatueu, links die Carls des Großen, 
rechts die Constantins des Großen, welcher das flam1nende Kreuz erblickt CAMBVLABVNT 
GsENTZE1s 1N LVMINB TVO ET REGsES IN SPLEINDOREJ. Ueber der Attica 
dieser Hallen bemerkt man die Zisferblätter zweier Uhren, deren eine die Stunden nach 
italienischer Art, von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang, deren andere sie nach ge1vöhn: 
licher Art, von Mittag zu Mittag, angibt. 
CThüren.J Von der Vorhalle führen wieder fünf Thüren in die Kirche: die letzte 
rechts ist die heilige Thür, die bei Beginn und Ende eines Jubiläums vom Papste selbst 
mit großer Feierlichkeit geöffnet und verschlossen wird; an den Wänden der Treppe, welche 
zum Dache der Kirche führt, sieht man viele darauf bezügliche Gedenktafeln eingemauert, z. B. 
OLEMENs X PONT. MAX. PORTAM HANC SANCTAM BESERATAM ET 
0LAVSAM AB 1NNOCENT10 X PONT. 
APERV1T 
ET CLAVSIT ANNO 1VBILE1 MDOLXXV. Die Flügel der mittleren Thiir sind von 
Vronze und nach Art der Ghibertischen am Baptisterium zu Florenz mit erhobenen Arbeiten 
geschmückt; jeder von beiden hat dreisgroße Felder: in den beiden ersten sieht man links den 
Heiland, rechts die heilige Jungfrau auf einem Throne sitzen; in den beiden mittleren links 
den Apostel Petrus dem Papst Eugen IV. die Schlüssel reichen, rechts den Apostel Paulus 
neben einem Blumentopfe, dem Vers Electionis, stehn; in den beiden unteren links Paulus 
sterben und nach seine1n Tod der heiligen Plautilla erscheinen, rechts Petrus zwischen zwei 
Pyramiden, der Pyramide des Cestius und der Pyramide des Scipio Africanns, gekreuzigt 
werden. Diese zweite rön1ische Pyramide, wohl vielmehr ein kaiserliches Denkmal, stand bis 
zur Zeit Alexanders V1. auf dem Wege von der Lzwischen beiden Monumenten zum Vor: 
scheint konunendenJ Engelsburg nach der Peterskirche, die erstere steht noch auf dem Wege 
zur Paulskirche; beide Pyrainiden waren also gewissermaßen Wahrzeichen der beiden aposto: 
lischen Leidensstätten, und das erschien um so sinnreicher, als sie im Mittelalter für Denk: 
mäler LMetaeJ der beiden Brüder Romulus und Remus galten, mit welchen beiden Brüdern 
Petrus und Paulus als geistliche Brüder und geistliche Stadterbauer verglichen wurden. 
Später, in einer Zeit, wo sich aller historischer Grund und Boden in den Benennnugen der 
Gegenden verlor, brauchte man diese beiden Denkmäler im Besouderen zur Bezeichnung des 
Orts, wo Petrus gekreuzigt worden war, nicht nur auf den Bronzethüren von.Sanet Peter, 
sondern auch auf Bildern. Als Gießer nennt Vasari den Antonio Filarete und den angeb: 
lichen Bruder Donatello7s, Simone, beide arbeiteten an der Thüre, auf der sie unter anderem 
auch Leda mit dem Schwan, Ganymed mit dem Adler, Europa auf dem Stier und ähnliche 
erbauliche Gegenstände abbildeten, zwölf ganze Jahre lang   
CJnneresJ Wir gehen zu einer Seitenthür hinein: sie ist wie bei allen italienischen 
Kirchen durch einen schweren Vorhang kColtroueJ verschlossen, eine biegfame. Wand, die 
augenblicklich wieder zuschlägt, nachdem man sich zwischen ihr und der steinernen Mauer hin: 
durchgedrängt hat nnd gegen die sich der gala11te Cavalier oder der dienstfertige Bettler 
stemmt. Der Dom hat, wie wir wissen, die Form eines lateinischen Kreuzes: je vier große, 
mit Bogen überspannte Pfeiler theilen den ungeheuren Vorraum in drei Schiffe, ein Mittel: 
schiff und zwei Seitenschiffe; jeder Pfeiler ist mit.zwei korinthischen Pilastern geschiniickt,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.