Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Volkstrachten
Person:
Kretschmer, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-580047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-580875
Ein HauptbekleidungSstiick der weiblichen Bevölkerung, welches überallsin Littauen,ge: 
tragen wird, wo noch alte sLandeStracht sich erhaltenshat, ist die Marginne, ursprünglich 
ein länglich viereckigeS Stück buntkarrirten WollstoffeS in vorherrschend stumpfrothen Tönungen, 
welcher würfelförmig durchkreuzt durch feinere bunte Streifen verschiedenartig angelegt wurde. 
Früher wurde dieses Tuch um den Leib gewickelt, dann auch dergestalt um den Körper gelegt, 
daß dasselbe von der linken Schulter herabhängend den rechten 2lrm freiließ und gegürtet wurde.i 
Heute hat derselbe Stoff, welcher auch den gleichen Namen führt, die Gestalt eines kurzen, sehr 
faltenreichen Röckchen5 angenommen, an welches sich oberhalb ein farbige5 oder gestickteS 
Mieder ansihließt. Außer diesem nationalen Kleidung5ßück in den roth: und buntgewürfelten 
oder langstreifigen Z1TuKern werden auch einfarbige Stoffe zum Rocke verwendet, je nach dem 
Geschmacke Einzelner oder ganzer Dorfgruppen. Neben der dunkelblauen oder grünen Farbe 
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wird braun sehr häufig getragen. 
Das blendend weiße Hemd, von welchem der obere Theil vom UIiederausschnitt ab, 
wie auch die langen, weitfaltigen 2lermel sichtbar sind, ist am Bündchen der Hal5öffnung sowohl, 
wie an der 2lchsel und am Handgelenk mit zierlichen Blumenranken und Streifenmustern mehr: 
farbig gestickt, großentheils in roth, doch kommen diese Stickereien auch in blau oder 
schwarz vor. Besonders zierlich wirkt die weiße Stickarbeit auf der ungebleichten, gelblichgrauen 
Leinwand. zuweilen wird der obere Theil des Hen1des durch ein Tuch von feiner Wolle oder 
geblümtem 2Null gedeckt. 
Den vorderen Theil der Marginne deckt die Schürze, deren oft mehrere von Leinen 
oder Wolle übereinander gebunden werden; die obere ist als Festtracht mit Kanten oder Franzen 
besetzt 11nd reich geßickt in den eigenartig littauischen UTustern, die sich vielfach an der Tracht 
wiederholen, oder in Langnreifen verziert mit Verwendung von Goldlahnfaden oder endlich 
durch eine den Saum verzierende bunte Blumenborte. Um oberen Rande wird die Schürze 
durch eine Z,Zugschnur faltig zusammengefaßt und diese Befestigung durch einen buntgenickten 
oder gewirkten Gürtel gedeckt. 
 Bei volIständigem Anzug trägt die Littauerin im Sommer eine durch Haken oder blanke 
Knöpfe geschlossene dunkelblaue Tuchjacke mit schmalem, heruntergeklappten Kragen, weit: 
bauschigen 2lermeln und kurzem Schößchen, im Winter dagegen einen längeren, mit Lämmerfell 
gefütterten dunkelblauen Tuchüberrock LPamusztineJ, gewöhnlich bis unter die Kniee reichend, 
welcher an Rändern und Kragen mit OtterfelI besetzt und durch einen reichverzierten Schulter: 
besatz aus grünen, rothen, gelben, auch goldenen Bandßreifen geschmückt ist. Durch einen 
buntgewirkten Gürtel mit langen bequasteteten Faden wird der Pelzrock zusammengehalten. 
Diese Bekleidung des Oberkörpers durch Jace oder Pelz wird am Festtag theilweise durch 
einen Shawl CDrobu1e; gedeckt; derselbe ist von weißer Leinwand in verschiedener Länge mit 
einem etwa H cm breiten Streifeneinsatz in der Mitte von gelbgrauem Leisten, auf welchem in 
gis 
usw.  
        

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