Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Deutsche Volkstrachten
Person:
Kretschmer, Albert
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-580047
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-580731
 
 
dergestalt, daß, außer einer Tocke über der Stirn, alles Haar, welches das Gesicht umgiebt, I. 
verborgen bleibt. Eine kegelförmig didhtgefütterte MüZe von schwarzen Merinos mit schwarzem 
Seidenstreifen besiegt, welcher im Nacken fächerartig in herabhängenden Bändern endigt, läßt  
 von der weißen Untermüße nur einen Streifen sehen. Den Hals umschließt zunächst ein weiß  
baumwollenes Untertuch, durch einen farbigen Glasknopf festgehalten; ein buntgedrucktes Kattun: 
halstuch bedeckt wieder zum größten Theile dasselbe und wird in das Mieder gesteckt, welches 
von schwarzem Wollenstoff mit einem Laß von bunter Stickerei oder farbigem Schmelz, auch 
Goldflittern und vielfach bunt geschnürt den Oberkörper umgiebt; die langen bis ans Handgelenk  
reichenden offenen Hemdärmel genügen im Ha11se zur Bedeckung der Arme, außer demselben  
wird aber die schwarzwollene Jacke angezogen, welche, am Rücken ein Schößchen bildend, am  
Halsausschnitt sowie unten am 2lermel mit schwarzem Sammet besetzt ist. Der oft sichtbare  
Unterrock in von schwarzem Warb mit drei Finger breiter dunkelblauer Kante, der Oberrock  
von schwarzem Hausset mit vier Finger breitem, hellblauem Hamburger Band am Saum besetzt.  
Der letztere ist vorn durch eine etwas kürzere Schürze von buntstreifigem oder geblümtem Kattun  
gedeckt, welche mit farbigen Bändern vorn gebunden ist. Blaue oder schwarze Strümpfe und  
 Schuhe, denen der Männer ähnlich, aber mit ausgezacktem Leder über dem Spann, beschließen  
die gewöhnliche Sonntagstracht. Bei weiteren 2lusgängen pflegt die Mönchguterin über die 
kegelförmige Müße noch einen Strohhut mit bunten Bändern zu stülpen. Die 2lrbeitstracht  
kennzeichnet ein weißleinenes Jäckchen und eben solche Schürze. In der Kirche aber. muß eine  
fein leinene gesteppte Schürze, sowie ein dreizipfliges Halstuch von Tüll mit eingestickten Blumen,  
Sternen 2c., welches über die beiden oben beschriebenen gebunden wird, den Staat bilden, und  
bei dieser wie bei jeder festlichen Gelegenheit macht sich die Ghefrau von der Jungfrau durch 
einen über die Mütze gebundenen schwarzseidenen Streifen kenntlich. Ganz absonderlich ist  
indessen der dickgefütterte steife Mantel, welchen die Frauen beim Abendmahl tragen, der, einem  
 spanischen Mantel nicht Unähnlich, aber kürzer als dieser, nur bis unter die Taille reicht; er  
ist vollständig unbewegliä2, selbst die durch Biegung des Körpers nothwendigen Falten sind nicht 
zufällig, sondern vorher fixirt, und er wird gleich einem Ritterschilde am Oberarm und Ellbogen  
mit Spangen befestigt. Im Stoff ist er von dicker schwarzer Wolle mit gemustertem 2ltlasband 
besetzt. Bei dieser Gelegenheit ist auch eine schwarzwollene Schürze mit schwarzen Seidenbändern 
gebräuchlich. 
Die Braut ziert zunächst ein bunter Blumenkranz, welcher in nach oben sich vekjüngendek 
Form auf dem gescheitelten Haar sitzt, und dessen buntseidene Bänderfülle in Schleifen und losen  
Bändern im Nacken herabflattert. Um den Hals trägt sie ein perlenhalsband, unter diesem ein  
buntseidenes Halstuch, welches am 2lusschnitt der Jacke von einem bunten Blumenkranze um;  
geben ist. Ueber der zugehakten Jacke ist ein bunter Hochzeitslatz, mit vielen Blumen geschmückt, 
angebracht. Die schwarzwollene Schürze endet entweder am Rücken mit vier Finger breitem 
  
 
JpsssJsssAssssssksssssssJks 
8. 
        

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