Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-567673
Valckert, 
Elias, 
Voort, 
Thomas 
de Keyser. 
Keyser. Auf fünf Darstellungen von 1626 und 1627 sehen wir Scharen 
von Waisenkindern und Bettlern, die von Regenten aufgenommen oder mit 
Brot, Kleidern und Geld beschenkt werden, ungemein kräftig gemalt, mit 
rötlichein Fleifchton und malerisch wirkendem Licht. Drei eigentliche Regenten: 
stücke zeigen uns vier Vorsteher der Kaufmannsgilde mit ihrem Diener s1622J, 
vier Regenten und den Verwalter des Ausfähigenspitals C1624J und eine 
entsprechend angeordnete Gruppe von drei Regentinnen nebst der Spitalver: 
1valterin sFig. 16J, alle in der nun bereits seststehenden Anordnung hinter 
ihrem Tisch mit Büchern und Rechnungen. Plastisch und beinahe großartig 
treten die Frauen hervor, aber auch die Männer sind vortrefflich gemalt, 
nicht mehr ängstlich, sondern frei und fliissig. Den Hintergrund bilden die 
Wände eines Jnnenraumes mit Pfeilern und eingelassenen Reliefs oder 
auch, wie auf unserer Abbildung, einer gemalten Szene, dem Gaftmahl des 
Reichen, unten sitzt Lazarus vor einem Durchblick auf die Straße. Endlich 
ist dieser fruchtbare Künstler hier im Reichsmuseum noch mit einem ziemlich 
großen Schüt;,enstück von 1625 vertreten. 
Auf eine noch höhere Stufe führt uns zu derselben Zeit Nikolaus 
Elias. Mit natürlicher, freier Auffassung und Anordnung verbindet sich 
bei ihm ein leichtfließender Vortrag, die Farben der Kleider sind zu einer 
vorherrschend kühlen Harmonie zusammengestimmt, und durch das Ganze 
seiner Gruppenbilder geht ein Zug von Feinheit und Eleganz, den wir bis 
ieyt noch nicht gefunden haben. Als er das erste seiner vier großen SchüHen: 
bildet malte, 1630, war er schon vierzig Jahr alt. Neben ihm stand der 
an Jahren jüngere Thomas de Keyser, der gesuchteste Bildnismaler von 
Amsterdam. Dessen Stärke lag aber in dem Porträt kleineren Maßstabes, 
seine großen Schiihenstücke sind ihm nicht so gut gelungen. Das Parade: 
bild mit vollen Figuren  AlIart Cloeck, 1632  ist befangen, ganz steif 
komponiert und kühl, beinahe sahl in den Farben, und auch die etwas 
fArbigere ,,JudenkompagnieU von 1633, eine langgestreckte Reihe von 23 Knie: 
figuren, hat nichts von dem warmdnftigen Schmelz manches seiner kleinen Bild: 
11isse. Elias dagegen fühlte sich wohl vor seinen flott auf die große Leinewand 
k.lingeworfenen Figuren. Ob sie stehen, bis zu den Knieen sichtbar und mit 
einer Reihe von Brustbildern hinter einer Valustrade über sich C1630, .25 
PersonenJ, oder ob man sie bis zu den Füßen sieht C1645J,H oder ob sie sich 
zum Mahl an die gedeckte Tafel gesetzt haben, vor der ein schmucker Fähn: 
VIII stehend mit abgenommenem Hute zum Bilde hinausgrüßt, während 
hinten zwei bärtige Offiziere stehen, der eine mit einem Rheinweinglas in
        

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