Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-571403
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und 
Architektur 
Mari11e, 
StilIleben 
und 
Blumen. 
ponierten Architekturlandschaften; Jnnenräume hat er nicht gemalt, wohl aber 
einige Stillleben, das beste in der Wiener Akademie. Seine Bilder C158 
bei SmithJ kommen in den meisten Sammlungen vor, gewöhnlich in mäßiger 
Zahl, sieben in Petersburg, fünf in Amsterdam, vier in Dresden. Unsere 
früher mitgeteilte ,,holländische GrachtU aus dem Reichsmuseum CFig. 2J 
stellt ein Amsterdamer Motiv dar, wahrscheinlich ist dies auch der Fall bei 
zwei ähnlichen Kanalbildern daselbst s492. 493J, und ein etwas größeres, 
sehr schönes Hochbild ebenda Lohne NummerJ, breit gemalt mit vielem Licht, 
zeigt uns den DammplaH mit dem Neuen Rathause. Bau der Heyden 
schreibt nämlich seine Vorwürfe nicht buchftäblich ab, er ändert und gruppiert 
mit kiinstlerischen Absichten. Oft aber lassen sich die Gegenstände örtlich be: 
stimmen. So der Prinzenhof im Haag CMünchenJ, ein jetzt nicht mehr vor: 
handenes Brüffeler Schloß mit einem Garten, daneben die Gudulakirche 
CKasselJ mit Figuren von Eglon van der Neer, ein andres Stadtbild von 
Brüsfel LDresden, datiert 1678J, eine Straße von Köln CLondonI, die 
Jesuitenkirche in Düsfeldorf Cvon 1667, Hang; Fig. 274J, außerordentlich 
klar, die Figuren von Adriaen van de Velde. Dieser staffierte seinem Freunde 
gewöhnlich die Bilder, z. B. die des Reichsmuseums, bisweilen auch Lingel: 
bach, nach ihrem Tode finden wir dann namentlich Eglon van der Neer als 
Staffierer Heydens thätig. Anziehend sind auch die kleinen komponierten 
Landschaften, in denen nur einzelne Bauwerke stehen, z. B. ein Bergkloster 
und ein Wildpark mit einem leuchtenden vielfenstrigen Gebäude, Gegenstücke 
in Dresden, oder ein Festungsthor, mit Figuren von Eglon van der Neer, 
in Kasfel. 
Van der Heyden ist seinen Lebensjahren nach der leHte hokländische 
Maler, dessen Sprache gesund und natürlich ist. Seit er aber Brandmeister 
in Amsterdam war C1672J, malte er weniger und bald auch nicht mehr so 
gut wie früher. Die Zeichnung ist nicht mehr so sicher, die Farbe nicht ab: 
geklärt und harmonisch wie früher, sondern teils grell, teils trübe; das sind 
Schatten der Verfallszeit, die sich auf seine Arbeit legen, nicht bloß Spuren 
seines Alters. Sein Altersgenosse Hobbema hatte den Pinsel schon lange 
aus der Hand gelegt. Jm Fig11renbilde ließ.es sich der Manierismus 
wohl sein. 
Die bescheidenen Anfänge der holländifchen Marinemalerei sind noch 
nicht hinreichend aufgeklärt. Auf die Flottendemonstrationen der Haarlemer 
Hendrik Vroom und Wieringen IS. 22J brauchen wir nicht zurückzukommen.
        

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