Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-570580
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Die Landschaft 
und 
die Fignrenlandschaft. 
Scheveningcn C1660J, kleiner als der Kasseler, und eine ganz kleine Eis: 
belustigung auf einem gefrorenen Kanal L1668J. Zwei kleine Tierlandschaften 
C1659. 61J und eine besonders schöne größere von 1668, der ,,Sonnenauf: 
gangU CFig. 224J, silbertonig und dnftig, eine höchst gewählte Komposition 
mit feingezeichneten Tierfiguren, die meist reizende Silhouetten bilden.. 
Wenn von diesen drei Tierlandschaftern der Haarlem:Amsterdamer 
Gruppe Potter der wahrste ist, Berchem der routinierteste u11d Adriaen van 
de Veldeider feinste, so ist Albert C11yp, der sich in Dordrecht seinen 
eigenen Kreis gezogen hat, glänzender als sie alle. Voll leuchtet freilich 
dieser Glanz heute allein in England, wohin gegen 300 Bilder von ihm 
und alle seine Meisterwerke gekommen sind CBuckingham Palace, Wallace 
Museum, National Gallery, Bridgewater GalIeryJ, während die verhältnis: 
mäßig wenigen, die in Holland geblieben und in die übrigen Sammlungen 
des Festlands gelangt sind, darunter namentlich Bilder seiner früheren Zeit, 
immerhin für seine Entwickelung Bedeutung haben. Er hatte in seiner Vaterstadt 
Dordrecht eine höchst geachtete Stellung, aber seine Bilder wurden in dem Holland 
seiner Zeit und noch bis in das 18. Jahrhundert hinein wenig geschäHt, dreißig 
Gulden für das Stück war ein üblicher Preis, und aus Versteigerungen pflegte 
wohl der Auktionator ,,ein Cuypchen0 als Draufgabe zu versprechen. Das äu: 
derte sich mit einemmale durch die Versteigerung Von der Linden van Slingelandt 
in Dordrecht 1785, die dreißig Gemälde Euyps für 22000 Gulden nach Eng: 
land brachte, wo dann seine SchäZung weiter stieg, so daß jeHt seine Bilder 
zu den höchstbezahlten gehören. Er ist also wie so mancher alte Holländer 
erst durch England in die Mode gebracht worden. 
Seine Kunst hängt ganz mit der seines Vaters Jakob Gerritsz 
C1594 bis 1651 oder 52J zusammen, des tüchtigen Bildnismalers, der oft 
mit Cornelis de Bos verwechselt worden ist LV, S. 140J und von dem in 
unseren Sammlungen hin und wieder Werke vorkommen. Das friiheste ist 
ein Frauenporträt bis zu den Knieen von 1624 in Berlin, wo man auch 
noch ein als Damon und Phyllis anfgefaßtes Brautpaar in Schäfertracht 
sehen kann, bekränzt, mit zwei Schasen in einer arkadischen Laudschaft 
CNr. 743A unbezeichnetJ,  das späteste ein sehr gutes, festes Brustbild 
einer älteren Frau von 1651 in Amsterdam. Hier findet sich noch ein 
Familiengruppenbild in ganzen Figuren vor einem Bosket, offenbar in der Nähe 
eines Landhauses tFig. 225s. Die Mutter trägt das Jüngste auf dem Arm,
        

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