Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-567514
HMIg, 
Leyden. 
15 
kommen, der 1630 hier starb, erst vierzigjährig, 1634 kam Jan vau Gauen 
a11s Leyden u11d beschloß hier fein Leben L1656J, 11nd von 1625 bis an 
seinen Tod 1661 malte hier der Delfter Adriaen van de Venne. Dieser 
Kunststufe entspricht als Architekturmaler Bartholomeus van Bafsen, dessen 
Geburtsort nicht bekannt ist; er hatte in Delft gelebt und kam 1622 nach 
dem Hang, wo er 1652 starb; solange Efaias van de Velde lebte, setzte 
dieser ihm die Figuren in seine Jnnenansichten von Kirchen nnd Patrizier: 
häufern. Wir wissen, daß Goyen keine guten Geschäfte machte, sondern in 
Häusern und Blumenzwiebeln fpekuliereu mußte, während der Utrechter Gerard 
van Honthorst hier  neben einem Ravesteyn porträtieren durfte, 
gefühllos hingestrichene Historien, die man für großartig ansah, lieferte und 
dann als reicher Mann in seine Heimat zurückkehrte. Ganz kurz C1649s 
1652J lebte hier auch Paul Potter, der es nirgends lange aushielt, und in 
einer späteren Zeit finden wir dann noch, so recht an seinem Platze, seit 
1661 den eleganten Bildnis: und Genremaler Kaspar Netfiher, Terborchs 
Schüler, der hier Diplomaten und Prinzen porträtieren konnte und denen, 
die es nicht waren, etwas von ihrem Schein abzugeben verstand Es 1684I. 
Aus der klassischen Zeit der holländischen Malerei giebt es nur eine Ansicht 
vom Hang, das Kolossalbild im dortigen Gemeindemufeum, das Goyen 
1651 für die Stadt malte, von dem sich aber leider keine Abbildung be: 
schaffen läßt. 
Einen eigentümlichen Zuschnitt hat das Kunstleben in Leyden. Jn 
einer Flußlandschaft von 1643 giebt uns Goyen einen Blick auf seine Vater: 
stadt, die wir an dem Türme ihrer Pankratiuskirche erkennen LMünchen; 
Fig. 8J. Die Stadt hatte hervorragend am spanischen Kriege teilgenommen, 
sie hatte eine schwere Belagerung standhaft ausgehalten  und war 
zum Lohn dafür mit einer Universität beschenkt worden. Das alles scheint 
eine ernstere Richtung in Aussicht zu stellen. Um 1600 war der Ort Volk: 
reich und wohlhabend, wie seine Raumanlage und die einzelnen Bauwerke zeigen, 
und er hat seine Schiit5enbilder wie Haarlem, Haag und Amsterdam, wenn 
Auch Joris van Schooten künstlerisch viel tiefer steht als Frans Hals, Rave: 
stehn oder Thomas de Keyser. Von den akademischen Jnteressen haben eine 
Zeitlang jedenfalls die der Theologen am meisten das Leben der Stadt in 
Anspruch genommen, so. lange noch für die freiere Auffassung der calvinischen 
Lehre gekämpft werden mußte. Als Rembrandt Leyden verließ und nach 
Amsterdam übersiedelte C1631J, waren die Neuerer, die Ren1oustranten, staatlich 
anerkannt, und in dem nunmehr hervortretenden Genrebilde, der neuen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.