Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-570325
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und 
Die La11dschaft 
FigurenlandscIJaft. 
die 
ist. Wir möchten es nicht aus seinem Leben missen. Aber als Werk der 
Landschaftskunst ist es nicht das Beste, was wir von ihm haben, nnd die 
Ausführung ist zum teil hart und trocken. Die erheblich größere ,,JagdH 
ist dagegen eine wirkliche Landschaft, natürlicher Buchenwald und Wasser in 
ziemlich hellem Licht; nur macht die Farbe des nachgedunkelten Bildes heute 
nicht mehr viel Eindruck. 
Die Ebene und der Wald sind doch Ruisdaels Domäne und für seine 
Begabung das Natürlichste, bis znlek,t giebt er uns hiervon die großen Be: 
weise. Diese ansehnlichen Gemälde zum teil von dem Umfange der Dres: 
dener ,,JagdU, einige noch größer, stellen die stille und beruhigende Natur 
dar, die ernstere Menschen gern aufsuchen, manche sind sogar recht schwer: 
miitig und einzelne auch noch von einer sanften, ungefuchten Linienschönheit. 
Solche muß man mit den absichtsvolleren Werken der italienischen Richtung 
nnd mit Claude Lorrain vergleichen, um zu fühlen, daß Ruisdael tiefer ist. 
Den reichsten BesiH hat die Eremitage mit vier Bildern, alle haben als Mitte 
ein stilles Wasser, um das sich der Wald zieht. Auf dem kleinsten und 
frühesten Cmit dem Teich, Nr. 1141, um 1655J haben wir ein leicht ge: 
welltes Gelände CFig. 206J, rechts einen Hügel mit drei Eichen 1md einen 
ansteigenden Weg, in der Mitte über den angenehm wirkenden Linienziigen 
hinweg geht der Blick in die Ferne, dort weiden Schafe und unter den 
Eichen sieht man zwei Männer. Ein abgeklärtes Bild, freundlich und im 
Vortrag sanft und zahm. Einer der stärksten Natureindrücke, die Ruisdael 
gegeben hat, auch jetzt noch, wo die Farbe eintönig und stumpf geworden, ist 
der melancholische ,,SnmpfH aus den sechziger Jahren CNr. 1136; Fig. 207J. 
Halb abgestorbene alte Stämme, die sich spiegeln zwischen Wasserrosen und 
Röhricht. Hier ein paar Wildenten und ganz hinten, wo die Sonne scheint 
nnd der flache, snmpsige Wald weiter geht, ein Mann, das ist alles Lebendige, 
übrigens nur schweigende Natur. Aus den siebziger Jahren sind der glit,zernde 
Waldteich LNr. 1146J mit dem zielenden Entenjäger rechts in dem spiH: 
getupften Weidengebüsch, und ein ungemein energisch und flächig gemaltes 
großes Bild mit alten Bäumen CNr.1138J: von rechts her neigt sich ein 
kahler Stamm  man sieht sie oft um diese Zeit aus den späteren Bildern 
von Wynants  über das tote Wasser, in dem ein andrer schon liegt, wer 
weiß wie langei Denn gegen die Verlasfenheit in dieser Einöde wäre die 
Einsamkeit des ,,SumpfesU noch etwas trauliches, wenn nicht vor einem Durch: 
blick in der Mitte noch einige Figuren angebracht wären, ein Mann, der 
sich mit zwei Frauen unterhält.
        

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