Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-567471
Die 
Menge 
der 
Maler, 
ihr 
W andern. 
Die 
Städte: 
Rotterdam. 
wandern und wechseln ihren Aufenthalt, so daß die einzelne Stadt als Mittel: 
punkt und Grundlage einer besonderen Kunst nicht die Bedeutung haben 
kann wie die größeren zusammenhängenden Landschaftsgebiete Jtaliens, deren 
jedes seiner Kunst einen festen und auch nach dem Ortswechsel des Künstlers 
noch erkennbaren Charakter ausprägt. Die italienischen Landschaften waren 
durch Stammesunterschiede nnd eine lange Sondergeschichte auch in ihrer 
Kultur gegeneinander abgegrenzt; die holländischen Städte sind Gründungen 
eines wesentlich gleichartigen Volkes. So bedeutet also hier der Meister, in 
dessen Schule sich ein Maler begiebt, oder die Gattung, die er sich erwählt 
hat, im allgemeinen mehr als die Stadt, in der er geboren ist, oder in der 
er vielleicht zufällig seinen Aufenthalt nehmen muß. Bei den meisten Schülern 
Rembrandts fragen wir nicht mehr nach ihrer Ortsherkunft, weil sie sich nicht 
in ihrer Kunst ausdrückt. Rembrandt in Amsterdam und Vartholomeus van 
der Helft geben uns eine ganz verschiedene Erscheinung, auch wenn sie gleich: 
zeitig dieselben Gegenstände, Amsterdamer Menschen, malen. Wenn demnach 
keine holländische Schule oder Gruppe einen streng lokalen Charakter hat, 
weil dafür die Wirkung von Person zu Person zu stark war, so zeigt uns 
doch das Knnstleben einiger Städte gewisse Gemeinsamkeiten, die wenigstens 
zum teil auch mit der Naturgrundlage und der Landschaft des Orts zu: 
sammenhängen. 
Die Städte, die an der Entwicklung der neuen Malerei teilnehmen, 
liegen sämtlich in dem schmalen Küstengebiet der alten Provinz Holland, von 
Süden nach Norden gezählt sind es Dordrecht, Rotterdam, Delft, Haag, 
Leyden, Haarlem nnd Amsterdam. Das landeinwärts gelegene Utrecht pflegt 
Richtungen der älteren Zeit weiter, Mythologie, italienische Landschaft und 
gewisse Ansä1;ze zur Großnialerei, die dann auch in dem übrigen Holland 
kümmerlich weiter kommen. Die anderen Städte des Binnenlandes haben 
wohl einzelne Maler hervorgebracht, aber sie sind keine Kunstmittelpunkte, 
wenn man nicht Deventer dahin rechnen will, weil hier Terborch sich 1655 
niederließ und sein Leben beschloß. 
Rotterdam, die Stadt der Reeder und Handelsleute, hat nur einen 
originelIen Künstler aufznweisen, Hendrik Sorgh Cis 1670J mit seinen an: 
schaulichen, gut gezeichneten Fisch: und Gemiisemärkten, in denen der Ortsgeist 
lebendig ist; seine Bilder in Amsterdam iFig. 5J, Kassel und Dresden lehren 
ihn zur Genüge kennen, denn er ist bei aller Tüchtigkeit doch kein vielseitiger 
Künstler. Außerdem erwarb hier der Spätling Adriaen van der Werff
        

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