Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Blüte der Malerei in Holland
Person:
Philippi, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-566943
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-569921
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Die Landsrhaft 
nnd 
Figurenlandschaft. 
die 
1641 verfolgen, sein letztes Werk, die ,,36 LandsihastenU, gab Klaus Janßz 
Visscher heraus, der vor 1652 gestorben ist. Es haben sich von Jan van 
de Velde außerdem was er an Figurenszenen nach Buytewech, Molyn und 
andern Meistern gezeichnet und gestochen hat, über 400 Landschaftsblätter 
erhalten, kleine und größere in zwei verschiedenen Manieren, in einem 
festeren, linienmäßigen Stich, der die Hauptformen schärfer hervortreten läßt, 
und in einer mehr auf das Einzelne eingehenden, malerischen Radierung mit 
Tonwirkungen und Anfängen des Helldunkels. Den Gegenständen nach 
haben wir wieder neben den einzelnen bestimmten, durch Beischriften be: 
zeichneten Ortsbildern die beliebten Monatsfolgen und Darstellungen von 
Jahres: 11nd Tageszeiten. Jn der Technik finden wir nichts besonderes, 
nichts, was überrascht und auf einen persönlichen Künstler hinweist, in der 
Zeichnung der Figuren nicht einmal die Sicherheit seines Bruders Esaias, 
und die Bäume sind im Geäst und im Laubwerk mindestens so konventionell 
wie bei diesem. Der Eindruck dieses Naturbildes beruht durchaus auf dem 
Ganzen, und sein Wert besteht darin, daß es 11ns ein wirkliches Stück Heimat 
zeigt. Eine bescheidene Gattung von großem innerem Reichtum, das Quell: 
gebietsder Landschastsmalerei, einfach umschrieben und doch mit dem son: 
dernden Blick, der das Reizvolle aussucht und eine 11nglaubliche Menge 
schöner und charakteristifcher Motive festlegt; kein Zeitalter hatte bis dahin so 
etwas gehabt. Jn diesem Zusammenhange gewinnen auch erst Molyns wenige 
Stiche und die nach ihm gestochenen Blätter, sowie Goyens Radierungen, 
die wir gleich kennen lernen werden, ihre ganze Bedeutung:. alle diese aus 
Haarlem zuriickgehenden Landschafter zeigen sich uns hier durch den Ernst 
und die Art ihrer Studien untereinander verbunden. 
Ja Jan van Goyen  haben wir nun zuerst einen 
reinen Landschaster, den wir nicht bloß historisch schätzen, sondern auch mit 
modernem Gefühl genießen können, einen Künstler von tiefer, zarter Natur: 
empsind11ng und von einer ebenso feinen Technik, deren Stufen zu verfolgen 
ein Vergnügen ist. Jn Leyden geboren und noch bis gegen sein vierzigstes 
Jahr hin hauptsächlich daselbst ansässig, hat er von seinen dortigen Lehrern 
die Neigung für den feinen und scharfen Strich angenommen, die Art des 
Zeichners oder Radierers, die er auch später nicht aufgiebt, sondern nur mit 
der Zeit zu einem freieren und beinahe breiten Vortrag verarbeitet. Seine 
Farbe aber, die für ihn sehr wesentlich ist und mit der er mehr auszudrücken 
versteht als Esaias van de Velde oder. Molyn, hat er allmählich im Ver: 
kehr mit diesen Haarlemern gewonnen. Esaias wird uns als sein Lehrer
        

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