Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Kampf um die neue Kunst
Person:
Neumann, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-545509
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-548299
Von moderner Malerei. 
des Niedrigen und 2llltäglichen, des gewollt Geistlosen 
und Unschönen gesehen hat, dem ßarken Eindruck entziehen, 
den Lenbachs Darstellungen berühmter Zeitgenossen her: 
vorrufen. Die Fülle von Geist und Genie, von That: 
kraft und Entschlossenheit, von Reiz und Würde könnte 
an sich genügen, den Beschauer zu überwältigen, auch 
wenn man es nicht mit einem so ausgewachsenen, großen 
und selbstbewußten Künstler zu thun hätte. Unwillkürlich 
wird man gefesselt von dem durchfurchten Greisenantlitz 
unseres Kaisers Wilhelm mit dem rührenden, schon 
etwas zerfIießenden Blick. Es ist ein unvollendetes 
Bild, aber vielleicht besser, weil einfacher als das fertige 
mit dem roten Hintergrund im Leipziger Museum. Und 
so geht man von Bild zu Bild, gepackt und festgehalten, 
mit dem Gefühl, in vornehmfter und doch zrvangloser 
Gesellschaft zu sein. Denn vertraulich find alle Lenbach: 
porträts, im Gegensatz zur Reserviertheit der van DYks. 
Im Werte der einzelnen Bilder mögen Unterschiede sein. 
Ganz besonders wohlgelungen ist das Porträt des ver: 
storbenen Marco Minghetti. Den Oberkörper zurück: 
gebeugt, die Arme auf den Lehnen des Sessels ruhend, 
den Kopf dem Beschauer zugewendet, Itzt der einstige 
Minister Pius, 1X. und nachmalige Mitarbeiter Cavours 
vor uns, eine der wenigen Koryphäen des modernen 
Italiens, die innerlich das Alte mit dem Neuen zu ver: 
binden wußten; ein feiner Kopf mit bereits vom Leiden 
angegriffenen Zügen; er liebte die Kunst und hat über 
Raphael geschrieben. Es ist ein sehr überzeugendes Bild 
und fällt um so mehr auf, als man sonst glaubt, Lenbachs 
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